Gaststadt an der Muba

Zürich präsentiert sich an der diesjährigen Muba mit viel Selbstironie

Die 3-D-Panoramabilder der Zürcher-Scopes vermitteln bunte Eindrücke der Gaststadt.Stadtentwicklung Zürich

Die 3-D-Panoramabilder der Zürcher-Scopes vermitteln bunte Eindrücke der Gaststadt.Stadtentwicklung Zürich

Die Zürcher haben von jeher keinen guten Stand bei den Baslern. An der diesjährigen Muba ist Zürich Gaststadt bei den Baslern. Dabei sollen diese merken, dass die Limmatstadt doch nicht so schlimm ist.

Sie nehmen sich wichtig, sind grossspurig und geben sich obercool, heisst es vonseiten der Bebbi über die Zürcher. Diese Adjektive fallen dem Basler Tourismus-Direktor Daniel Egloff spontan ein, der als gebürtiger Zürcher bestens Bescheid weiss über die Stereotypen, mit denen die Basler gegenüber seinen Mit-Zürchern um sich schlagen.

Und natürlich sei auch der Dialekt nicht gerne gehört, fügt er an.

Klischees werden thematisiert

Gegen das Klischee der arroganten Zürcher will nun die Limmatstadt mit einem Ausstellungsstand an der Muba angehen. Der Plan: Zürich Tourismus baut in der Halle 1 die begehbare Ohrmuschel «Züri-Basel Slang Jam» auf. Das tragende Mittel der Verständigung zwischen den manchmal fremden Welten Basel und Zürich ist die Sprache. Darin sind sich Egloff und seine Zürcher Amtskollegin Anna Schindler einig.

Dialekt-Spielereien, Slam-Poetry und hintergründige Alltagsgeschichten bekommen die Muschel-Besucher zu hören. Die Idee der Stadt Zürich ist es, deren Qualitäten auf humorvolle Weise zu demonstrieren. Denn unter den Klischees leiden tun die Zürcher nicht, sagt Schindler lachend. «Aber es geht dennoch darum, den Baslern Zürich sympathisch zu präsentieren.»

«Freundschaftliches Hickhack»

Der Basler Tourismus-Direktor Egloff erachtet den Auftritt des Gastkantons positiv. «Dass Zürich an der Muba dabei ist, ist ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber Basel.»

Aber er äussert auch Bedenken: «Die Präsentation muss durchdacht und qualitativ hochstehend sein. Sauglattismus oder eine langweilige Bildershow kommt bei den Baslern nicht gut an.» Sonst fühlen sie sich in den Vorurteilen bestätigt.

Davor, dass die Gaststadt an der Muba zu überheblich daherkommt, hat Schindler keine Angst. Sie persönlich nehme die Vorurteile der Basler gegenüber den Zürchern sowieso nicht als Problem wahr, sondern «eher als freundschaftliches Hickhack, an dem sicherlich auch ein Quäntchen Wahrheit dran ist.»

So sieht es auch Egloff: «Ich möchte das Problem der Vorurteile nicht dramatisieren. Dass die Basler Sprüche klopfen, macht den Zürchern nichts aus. Und wenn jemand Stereotypen nachplappert, ohne richtig informiert zu sein, sagt das ja auch viel über diese Person aus.»

Muba 13. bis 22. April, «Züri-Basel Slang Jam», Halle 1.1

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