Einkaufszentrum

Zuerst Stücki, nun Bâleo Erlenmatt: Was wird aus dieser Einkaufswüste?

Beiz, Physiotherapie und Kinderkrippe: Bâleo-Eigentümerin Credit Suisse verspricht, dass das Einkaufszentrum im Kleinbasel bald ausgebaut wird.

Beiz, Physiotherapie und Kinderkrippe: Bâleo-Eigentümerin Credit Suisse verspricht, dass das Einkaufszentrum im Kleinbasel bald ausgebaut wird.

Auch fünf Monate nach der Eröffnung stehen mehrere Flächen im Einkaufszentrum «Bâleo Erlenmatt» leer.

Auf dem Vorplatz des Bâleo Erlenmatt stehen einige Velos. In den beiden Lokalen links und rechts vom Eingang des Einkaufszentrums gehen Handwerker ein und aus. Hier soll eine «Food Hall» entstehen, da kommt ein Restaurant hin. Noch ist von den kulinarischen Plänen nicht viel zu sehen – ausser einigen Plakaten an der Glasfassade.

Wer heute das Bâleo Erlenmatt unweit des Badischen Bahnhofs aufsucht, will einkaufen. Beim Ankermieter Coop. Denn der Detailhändler ist mit einer grossen Verkaufsstelle, einer Drogerie und einem Fust-Elektronikfachgeschäft vertreten. Daneben eröffnet demnächst «Clever Fit» eine Filiale – die erste in Basel. Mehrere Stellen sind auf der Website der Fitness-Kette ausgeschrieben.

Seit der Eröffnung des Bâlo Anfang Mai 2019 nutzt das Künstlerkollektiv Konstruktiv mehr als 500 Quadratmeter im Untergeschoss. Das temporäre Möbelhaus Space Grotesk durfte die Fläche bis Ende Juli zwischen nutzen. Der Vertrag wurde nun bis Ende 2019 verlängert.

Gleichzeitig hat der Immobiliendienstleister CBRE mehrere Inserate auf Immobilienplattformen aufgeschaltet. Ausgebaute Büros, Gastro-, Gewerbe- und Retailflächen werden vermietet. Bei Letzteren handelt es sich um die Nutzung von «Space Grotesk». Alle Räumlichkeiten können per sofort übernommen werden. Mietpreise werden auf Anfrage genannt. Benjamin Balmer von CBRE sagt: «Es besteht Kontakt mit potenziellen Mietern.»

Ein Besuch im Bâleo zeigt: Das Zentrum wird fünf Monate nach der feierlichen Eröffnung nicht von Kunden überrannt. Darüber freuen sich bestimmt einige Einkäufer: Stets stehen ausreichend Einkaufswägeli bereit; die Coop-Mitarbeitenden haben Zeit für einen Schwatz; in der Tiefgarage gibt es keinen Streit um die besten Parkplätze; und Frischprodukte sind in dieser Coop-Filiale auffallend oft mit orangen 50-Prozent-Klebern versehen.

Noch fehlt die Beiz für das Quartier

Gleichzeitig zeigt sich Coop «sehr zufrieden» mit dem Start der Filiale im Erlenmatt-Quartier. «Unsere neue Verkaufsstelle hat sich gut etabliert und kommt bei unserer Kundschaft sehr gut an», sagt Coop-Sprecher Markus Eugster. Der Laden würde zudem die Einkaufsmöglichkeiten im noch jungen Quartier optimal ergänzen. Bei den Kunden sei besonders die frische, vielfältige Produkteauswahl beliebt. So bietet Coop im Bâleo ein Sortiment von rund 15 000 Artikeln an. Damit erklärt Eugster auch den Umstand, dass zahlreiche Frischprodukte bereits am Nachmittag zu einem heruntergesetzten Preis verkauft werden.

SP-Grossrätin Tanja Soland wohnt selbst im Erlenmatt-Quartier. Sie sei froh um den Coop im Bâleo. Was noch fehle, sei eine Beiz. Und: «Das Zentrum muss vor allem aussen attraktiver werden, damit sich die Leute gerne dort aufhalten.» Soland stört sich an der «Teerwüste» rund um das Bâleo, die von Autofahrern gerne als Parkplatz ausgenutzt würde.

Bâleo-Inhaberin Credit Suisse beschwichtigt: «Die Fertigstellung der Überbauung erfolgte erst vor fünf Monaten. Nun muss sich das neue Quartier-Versorgungszentrum etablieren», schreibt Sprecherin Ute Vikas. Das Angebot werde in den nächsten Wochen ausgebaut: Im Erdgeschoss eröffne im Dezember das Restaurant Matt & Elly. Zudem hätten eine Kinderkrippe und eine Physiotherapie bereits die Räumlichkeiten bezogen.

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