ICE-Unfall
Zug-Entgleisung in Basel: Untersuchung wird wohl Monate dauern

Nach der Entgleisung eines ICE-Zuges, die den Basler SBB-Bahnhof am Mittwoch zeitweise stilllegte und bis Samstag nachwirkte, dürfte die Untersuchung über die Ursache langwierig werden. Die zuständige Behörde rechnet mit monatelanger Detailarbeit.

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Zug-Entgleisung in Basel Nach dem Unfall am Mittwoch 29.11.17 wurden zwei Tage danach immer noch die Gleise und Weichen repariert.
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Zug-Entgleisung in Basel
Zug-Entgleisung in Basel Die SBB hofften, dass ab Samstag 1.12.17 wieder Normalbetrieb im Basler Bahnhof SBB herrscht.
Zug-Entgleisung in Basel
Zug-Entgleisung in Basel Der Grund des Unfalls war auch zwei Tage danach noch unklar.
Zug-Entgleisung in Basel
Zug-Entgleisung in Basel
Zug-Entgleisung in Basel Die entgleisten Wagen wurden am Donnerstag 30.11.17 wieder auf die Schienen gestellt.
Zug-Entgleisung in Basel Wagen des ICE-Zuges wurden geborgen.
Zug vor Basler Bahnhof SBB entgleist
Zug-Entgleisung in Basel
Kein alltägliches Bild: Ein Schienenkran wird herbeigefahren.
Die Aufräumarbeiten bei der Unfallstelle am Donnerstag 30.11.17.
Die Arbeiten blockierten auch am Donnerstag 30.11.17 mehrere Gleise.
Der Zug wird mit einem speziellen Kran von den Schienen gehoben.
Der entgleiste Zug ist halb abgebaut
Sprecherin Franziska Frey stellte sich den zahlreichen Medienvertretern.
Der Bahnhof Basel am Morgen nach dem Unfall.
Am 29.11.17 ist in Basel ein ICE der Deutschen Bahn entgleist.
Drei Wagen eines deutschen Intercity Express-Zuges waren nach SBB-Angaben bei einer Weiche auf der Bahnhofsausfahrt aus den Schienen gesprungen.
Corpus Delicti: Das touchierte Einfahrtssignal.
Der entgleiste ICE drückte einen Signalmast gegen die Fahrleitung, was zu einem Stromausfall führte.
Der Zugang auf die betroffenen Gleise 5 und 6 war von der südlichen Querverbindung zwischen Postbau und Gundeli mit einem gelben Band «Polizeiliche Sperrzone» geschlossen.
Überall gestrandete Pendler: Der Bahnhof SBB war für eine Zeit lang komplett gesperrt.
Zahlreiche SBB-Beschäftigte, mit ihren gelben Westen als Auskunftpersonen kenntlich gemacht, wurden belagert.
Es herrschte Chaos.
Das Informations-Personal hatte alle Hände voll zu tun.
Viele Züge wurden umgeleitet oder fielen komplett aus.
Einsatzfahrzeuge der Sanität vor dem Basler Bahnhof SBB.
Verletzt wurde jedoch niemand.

Zug-Entgleisung in Basel Nach dem Unfall am Mittwoch 29.11.17 wurden zwei Tage danach immer noch die Gleise und Weichen repariert.

Kenneth Nars

Seit Samstagmittag verkehren alle Züge am Basler SBB-Bahnhof wieder nach Fahrplan. Der deutsche Hochgeschwindigkeitszug, ein ICE der ersten Generation, war am Unfalltag von Hamburg nach Basel gefahren. Kurz vor 17 Uhr entgleisten drei Waggons samt Speisewagen, just als die Lokomotive den Perronanfang erreichte. Verletzt wurde niemand.

Einer dieser Waggons streifte einen Signalmasten und liess diesen auf eine Fahrleitung kippen, was im ganzen Gleisfeld des Bahnhofs einen flächendeckenden Kurzschluss auslöste. Darauf ging zwei Stunden lang gar nichts, bis nach und nach die Gleise wieder benutzbar wurden. Der noch unbezifferte Schaden erreicht gemäss SBB Millionenhöhe.

Ungewöhnliche Entgleisung

Man habe keine offensichtliche Unfallursache - wie beispielsweise einen vergessenen Haltekeil - gefunden, sagte Christoph Kupper von der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) am Montag. Daher gehe er davon aus, dass wie bei der Entgleisung eines italienischen Zuges in Luzern vom März die Abklärungen "langwierig" werden dürften. Zu jenem Fall liegt noch kein Bericht über die Ursache vor.

Am Basler Fall sei aussergewöhnlich, dass die Entgleisung während der Fahrt passierte, also mittlere Waggons auf Abwege gerieten und nicht die Zugspitze zuerst. Auf den ersten Blick stehe als Auslöser daher die Infrastruktur weniger im Vordergrund. Ob eine Fehlfunktion der Weiche vorlag, bei der das Malheur passierte, bleibe indes noch abzuklären.

Die betroffenen Waggons befinden sich noch in Basel, wo sie laut Kupper gründlich unter die Lupe genommen werden. Dabei würden etwa Messungen an Rädern und Drehgestellen durchgeführt; mit Daten daraus würden Modellrechnungen vorgenommen. Bei Bedarf gebe es auch noch Materialprüfungen, zum Beispiel der Räder.

Parallelen zu Dortmunder Fall

Die SUST hat auch deutsche Kollegen kontaktiert, die dann für die Untersuchung nach Basel gereist sind. Im Mai war in Dortmund ein ICE, allerdings der zweiten Generation, in einer ähnlichen Situation wie nun in Basel ab den Schienen geraten. Vorstellbar wäre, dass für hohe Tempi sehr steif gebaute Züge wie ICE in engen Radien vor Bahnhöfen suboptimal fahren. Auch das bleibe erst noch abzuklären, sagte Kupper.

Bevor Züge auf Schienen im Ausland verkehren dürfen, wird jeweils die technische Kompatibilität überprüft und erst dann eine Zulassung erteilt. Dies gilt auch für die ICE auf dem Schweizer Netz. Anfang November hatten SBB und DB das 25-Jahr-Jubiläum der ICE in der Schweiz gefeiert und in Basel den allerneuesten ICE 4 vorgestellt.

Für die Basler Entgleisung hat die SUST angesichts der bisherigen Erkenntnisse wie auch für jene in Luzern derzeit "keine Hypothese". Die Ursache zu ermitteln werde nun wohl eine "ziemliche Knüblibüez", sagte Kupper. Auf Resultate könne man vielleicht bis Mitte 2018 hoffen. Die SUST werde ihren Schlussbericht wie immer online publizieren.