Streik
Züge verspätet, Flüge annuliert

Der nationale Streik in Frankreich hat auch Auswirkungen auf die Region Basel. Es kommt zu Verspätungen und Ausfällen.

Regula Vogt-Kohler
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Wer eine Reise nach Frankreich plant, tut gut daran, auch die Möglichkeit eines Streiks in die Vorbereitungen einzubeziehen. Aus Protest gegen die Rentenreform der Regierung Sarkozy haben die Gewerkschaften für gestern zum dritten nationalen Streik seit dem 7.September aufgerufen.

Die Arbeitsniederlegungen im Bereich des öffentlichen Verkehrs hatten nicht nur für die Franzosen und Französinnen selber Folgen: Auch der grenzüberschreitende Bahn- und Flugverkehr war betroffen.

16 Annullierungen

Am Euro-Airport hielten sich die Auswirkungen in Grenzen. «Bei insgesamt mehr als 160 Flügen gab es 16 Annullierungen», berichtet Mediensprecherin Vivienne Gaskell. Dabei handelte es sich vorwiegend um Flüge von und nach Paris. Zu den Ausfällen kamen ein paar Verspätungen bis zu maximal einer Stunde, die auf Streiks in Kontrollzentren von französischen Flughäfen zurückzuführen sind.

Auf dem binationalen Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg hingegen muss gemäss Staatsvertrag die Flugsicherung auch bei Streik gewährleistet sein. Heute sollte am Euro-Airport alles wieder normal laufen. «Gemäss unseren Informationen ist der Streik am Dienstag beendet», sagte Gaskell gestern Nachmittag. Weil die Gewerkschaften den Streik bereits eine Woche zuvor angekündigt hatten, konnten die Fluggesellschaften die Passagiere rechtzeitig informieren.

Auch für den Schienenverkehr in der Region hiess es nicht einfach «Rien ne va plus». Sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr rollte ein Teil der Züge. Im Regionalverkehr im Raum Alsace betrug die Ausfallquote allerdings stattliche zwei Drittel. Bei der TGV-Verbindung zwischen Basel und Paris fielen von fünf Zügen in beide Richtungen je einer dem Streik zum Opfer, während es bei den insgesamt fünf Verbindungen Basel–
Luxemburg–Brüssel (oder umgekehrt) zu je einem Ausfall in beide Richtungen kam. Es habe schon Streiks gegeben, die zu stärkeren Einschränkungen im Bahnverkehr geführt hätten, sagte der SBB-Mediensprecher Frédéric Revaz.

Keine Empfehlungen für die Bahn

Im Moment gibt es keine Empfehlung, auf eine Bahnreise nach Frankreich zu verzichten, aber es lohnt sich, wenn man sich informiert, bevor man sich mit Sack und Pack auf den Bahnhof begibt. Wenn die gebuchte Verbindung ausfällt, besteht die Möglichkeit, das Ticket gegen Rückerstattung des Kaufpreises zurückzugeben, umzutauschen oder eine andere Verbindung zu benutzen, dies aber ohne Sitzplatzgarantie.

Die Frage, wann alles wieder nach Fahrplan laufen wird, konnte Revaz gestern nicht beantworten. Die SBB erhalten von der französischen Staatsbahn SNCF jeweils am Vortag eine Prognose für den nächsten Tag. «Die Situation kann sich von Tag zu Tag ändern, je nachdem wer wo streikt», erläutert Revaz.

So sind gemäss den gestern eingegangenen Informationen der SNCF heute die TGV-Verbindungen von Basel nach Paris (und umgekehrt) gar nicht betroffen, während gleich alle Züge von Basel nach Brüssel (und umgekehrt) ausfallen werden. Auch im Regionalverkehr kommt es zu Einschränkungen.