NT-Areal
Zügel-Wochenende für die Wagenburg, sonst droht Räumung

Die Wagenburg muss in den nächsten Tagen umziehen, sonst droht die Räumung des Areals. Die Bewohner zeigen sich wütend. Wohin die Gruppe zieht, bleibt unklar.

Nadine Böni
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Die Wagenbewohner müssen mit ihren mobilen Wohnungen weg vom NT-Areal. Martin Töngi

Die Wagenbewohner müssen mit ihren mobilen Wohnungen weg vom NT-Areal. Martin Töngi

Der Entscheid ist gefallen: Die Wagenburg muss das NT-Areal im Norden Basels verlassen und zwar bald. Von den Wagenleuten wollte sich nach dem Entscheid vom Donnerstag zunächst niemand äussern. «Wir sagen im Moment nichts zum weiteren Vorgehen», erklärt eine Bewohnerin anonym am Telefon. Später dann die Kehrtwendung. Auf der Homepage veröffentlichen die Wagenburg-Bewohner eine Stellungnahme. Sie seien enttäuscht, sprachlos, wütend, schreiben die Bewohner. «Wir fühlen uns hintergangen von einer Stadt, die nicht Hand bietet, eine passende Alternative zu ermöglichen. Von einer Stadt, die uns ein halbes Jahr lang Unterstützung vorgaukelt, uns in Wahrheit aber weg haben will.»

Vor allem, dass keine Alternativen zum NT-Areal gefunden wurden, stört die Bewohner. «Das Treffen entpuppte sich als reine Alibiübung und diente ausschliesslich dazu, uns feierlich zu verklickern, dass mit allen Bemühungen keine Lösung gefunden werden konnte.»

Wegzug mündlich angekündigt

Wohin die Wagenburg zieht, bleibt offen. Denn der von der Regierung vorgeschlagene Standplatz – ein Hinterhof an der Freiburgstrasse – passt den Wagenburg-Bewohnern nicht. «Erwartet wird das Unmögliche. Wir sollen uns ohne Perspektive auf eine Folgelösung an die Freiburgstrasse zurückziehen. An einen Ort, an dem wir, wenn überhaupt, auch nur für wenige Monate bleiben könnten und wo heute nicht klar ist, ob wir noch toleriert werden.»

Trotzdem zeichnet sich ab, dass die Wagenleute das Areal noch dieses Wochenende freiwillig verlassen. In ihrem Schreiben bestätigen sie dies zwar nicht. Gegenüber dem Landbesitzer haben sie den Wegzug für dieses Wochenende mündlich angekündigt. Brechen sie ihr Versprechen, droht eine polizeiliche Räumung.

Der besetzte Teil des NT-Areals ist ein Naturschutzgebiet. Den Besetzern fehlt in der Basler Politik weitgehend die Unterstützung. Einer, der sich für sie einsetzt, ist Urs Müller, Präsident der Linkspartei Basta. Er hofft auf eine friedliche Lösung. «Eine Räumung würde zu Empörung führen. Und dass Leute ihre Empörung nicht in sich hinein fressen, ist klar», sagt er. Schon jetzt bemerke er eine «latente Radikalisierung» in der Wagenburg. Wie sich diese zeigen könnte, kann Müller nicht sagen: «Konkrete Hinweise gibt es nicht.»

Aufgeben ist kein Thema

Ganz aufgeben sei bei den Wagenburg-Bewohnern aber kein Thema, glaubt Müller: «Ich spüre bei ihnen eine Bereitschaft, weiter für ihr Anliegen zu kämpfen.» Auch der Verein «Schwarzer Peter» wird sich weiterhin für die Wagenburg einsetzen. «Der Schwarze Peter wird den Wagenplatz weiter ideell unterstützen», sagt Michel Steiner. Er ist überzeugt, dass es auch in der Stadt Raum für einen Wagenplatz gibt. «Es wurden einige Areale abgeklärt, die eigentlich geeignet wären, würde man den Spielraum ausdehnen oder ausnutzen, auch auf Kantonsboden.»