Archäologie

Zum 1000-Jahre-Jubiläum enthüllt das Basler Münster eine vergessene Krypta

Lange war sie in Vergessenheit geraten, in den 70er-Jahren wurde sie bei Renovationsarbeiten wieder entdeckt, doch erst jetzt wird sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Zum 1000-Jahre Jubiläum öffnet das Münster eine 1200 Jahre alte Krypta.

Unter dem Altar liegt die Krypta wie ein verborgener architektonischer Schatz. Ein Zeitzeuge aller Bauperioden des Basler Münsters, das auf den Grundmauern der karolingischen Kathedrale aus dem 9. Jahrhundert errichtet wurde. Seit Jahrhunderten wird die Krypta nicht mehr gebraucht, war zeitweise zugeschüttet und dem Publikum weitgehend unbekannt. Die Archäologische Bodenforschung des Kantons und die Münsterbauhütte haben bei einem Medienanlass angekündigt, die Krypta der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen zu wollen.

Zwei Krypten statt nur eine

Ab kommendem Freitag werden die Besucher dank Beleuchtungsanlagen und einem auf die alten Wände projizierten Film in die 1200-jährige Geschichte der sogenannten Vierungskrypta eintauchen können. Sie steht direkt unter dem Altar, wo sich die zwei Schiffe des Münsters kreuzen. Der Kantonsarchäologe Guido Lassau erklärt: «Die Vierungskrypta wurde ursprünglich als Andachtsraum, Grabstätte für Bischöfe und zur Aufbewahrung von Reliquien genutzt.» Nach der Reformation im 16. Jahrhundert habe sie an Bedeutung verloren und wurde weitgehend vernachlässigt, weil die Bischöfe vertrieben wurden und Reliquien in der neuen Auffassung des Glaubens keinen Platz fanden.

Im 19. Jahrhundert wurde sie gar zugeschüttet. Während der Innenrenovation des Münsters in den 1970er-Jahren wurde die Vierungskrypta wiederentdeckt, seither aber vor allem als Abstellraum benutzt.

Die Filmausschnitte und die Beleuchtung erklären, wie sich das Münster entwickelt hat und zeigen, was man von den jeweiligen Perioden noch erkennen kann: etwa die karolingischen Treppenabgänge oder Mauern aus der Frühromanik. Die Ausstellung wird auch nach dem Jubiläumsjahr fortgesetzt und laut Guido Lassau «in den warmen Tagen» zugänglich sein.

   

Vernissage der Krypta: Donnerstag, 17.30 Uhr. Danach wird sie wochentags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11.30 bis 17 Uhr offen sein.

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