Kommentar

Zum drohenden Aus der Baselworld: Ein harter Schlag für die Messe – und ein Drama für den Standort Basel

Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard verlassen die Baselworld. Damit kehren nach Swatch weitere Giganten der Messe den Rücken – und stellen diese vor das endgültige Aus. Die MCH Group teilte noch gestern mit, dass sie nun grundsätzlich über die Weiterführung der Baselworld beraten will.

Der Stil ist dem Glanz dieser Luxusmarken kaum würdig. Während sie von der MCH Group stets über wesentliche Entscheide informiert wurden, planten sie ihre eigene Messe und stellen nun nicht nur die Verantwortlichen, sondern den gesamten Messestandort Basel vor vollendete Tatsachen. In Genf wird nun ausgerechnet nach dem Rezept gearbeitet, das der alten Baselworld zum Vorwurf gemacht wurde: Luxus, Händler, VIP.

Das Manöver sendet zwei sehr schlechte Signale aus. Für die Baselworld, weil sie zu lange am Hallenstandort in Basel festhielt und nicht diversifizierte wie die Art Basel: eine starke Marke, aber auf mehrere kleine bis grössere Ableger am richtigen Ort verteilt. Daher auch das zweite Signal: Luxusmarken sehen sich hier fehl am Platz. Swatch orientiert sich an Zürich, Rolex an Genf, beides Finanzstandorte mit hoher Internationalisierung, wirtschaftlicher Ambition und damit ausgeprägtem Verständnis für Statussymbole. Unser hübsches, aber oft ein bisschen glanzloses Basel kann mit dieser Konkurrenz zurzeit einfach nicht mithalten – zumindest nicht, wenn es als Standort mit genau diesen Ingredienzien punkten sollte.

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