Gastronomie

Zum letzten Mal offen: Das beliebte Basler Ausflugsrestaurant «Waldrain» harrt seiner Zukunft

Seit gestern zu und das auf unbestimmte Zeit: Das Restaurant Waldrain. Jochen Fillisch

Seit gestern zu und das auf unbestimmte Zeit: Das Restaurant Waldrain. Jochen Fillisch

Das Chrischona-Restaurant «Waldrain» muss teuer renoviert werden, wenn es dereinst wiedereröffnet werden soll. Zudem muss die Zukunft einem anderen Freizeitverhalten gerecht werden, wenn es weitergehen soll.

Das Restaurant «Waldrain» auf der Chrischona zählt fraglos zu den beliebtesten Ausflugszielen der Basler. Auf unbestimmte Zeit müssen sie den Panoramablick von der «Basler Alp» aber ohne Kuchen, Braten oder Vesper geniessen: Am gestrigen Sonntag öffneten Daniel und Doris Balliet das Lokal zum letzten Mal. Das Ehepaar geht in den wohl verdienten Ruhestand, eine Nachfolge ist nicht geregelt.

1983 übernahmen die Wirtsleute erstmals das «Waldrain», mit Unterbrechungen sorgten sie insgesamt 25 Jahre für das wohl der Besucher. Und wenn es ihm auch leid tut, dass vor allem viele ältere Stammgäste ihren Weggang bedauern, so sagt Daniel Balliet doch ganz ohne Sentimentalitäten: «Es isch wunderbar gsi. Aber jetzt sind wir auf dem Gipfel und brechen auf zu etwas Neuem.»

Ein anderes Freizeitverhalten

Leicht hatten es die beiden auf dem Basler Hausberg nicht, denn in den vergangenen Jahrzehnten nahm die Zahl der Gäste kontinuierlich ab. «Das Freizeitverhalten und auch das Essverhalten der Menschen haben sich verändert», sagt Balliet. Früher habe er an guten Tagen 100 «Café complet» verkauft, heute sei es noch ein Zehntel davon. Und dann sei da auch das ständig wachsende Freizeitangebot: «Wenn in Basel, Riehen oder Lörrach ein grosses Fest ist, dann spüren wir das hier oben.»

Der gelernte Koch steckte aber nie den Kopf in den Sand, sondern zog sein Ding durch: «Ich habe immer das angeboten, was ich gern gemacht habe. Eine ehrliche, bodenständige Küche zu bezahlbaren Preisen.» Und so standen immer drei Menüs auf der Speisekarte. Da gab es Schmorbraten ebenso wie Teigwaren in allen Variationen, aber auch vegetarische Gerichte. In den Wintermonaten gab es Raclette. Ausserordentlich beliebt waren auch die Kuchen, Torten und Wähen, die Daniel und Doris Balliet zauberten – bis zu 28 waren es am Tag.

Zukunft der Basler Alp bleibt offen

Damit ist jetzt erst einmal Schluss. Wie es weitergeht auf der «Basler Alp», weiss man auch nicht beim Verein Chrischona International, zu dessen Liegenschaften das «Waldrain» gehört. Grund dafür ist der hohe Investitionsbedarf. «Vor allem die Küche entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen», sagt Markus Dörr, Sprecher der neu gegründeten «Chrischona Campus AG».

Diese Gesellschaft soll jetzt ein Gesamtkonzept für das Chrischona-Gelände entwickeln. «Wir wollen das Ausflugslokal erhalten», verspricht Dörr, «aber es muss in dieses neue Konzept passen». Er hält es für unwahrscheinlich, dass das «Waldrain» im nächsten Jahr wieder geöffnet sein wird: «Es wäre schön, wenn es 2020 klappen würde.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1