Champions League
Zur perfekten Goalie-Leistung gehört auch eine Portion Glück

Die Ernüchterung nach der gestrigen Fussball-Pleite ist gross. Yann Sommer musste sieben Mal hinter sich greifen und war trotzdem einer der besten Basler Spieler auf dem Feld. Dem Goalie hätte auch das Glück aus dem Hinspiel nichts gebracht.

Sebastian Wendel
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Yann Sommer, der mit Abstand beste Basler, vereitelt einen weiteren Treffer der Bayern.

Yann Sommer, der mit Abstand beste Basler, vereitelt einen weiteren Treffer der Bayern.

Keystone

Yann Sommer, die ärmste Sau in der rappelvollen Allianz Arena zu München. Bereits nach der ersten Halbzeit musste man Mitleid mit dem Basler Schlussmann haben. Drei Mal musste er den Ball aus dem Netz holen. Es waren drei Tore, für die er - wie für die vier folgenden in der zweiten Halbzeit - nichts konnte.

Die Basler liessen ihre Köpfe spätestens beim 5:0 hängen
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Es jubelten die anderen: Gomez, Boateng und Co.
Die Bayern Fans freuten sich.
Shaqiri sah sich einem Haufen Bayern gegenüber...
Wie die Bayern die Basler vorführten

Die Basler liessen ihre Köpfe spätestens beim 5:0 hängen

Keystone

Zum Mitleid mit Sommer trug bei, dass der 23-Jährige drei Grosschancen des Heimteams in dessen Sturm- und Drangphase bravourös zunichte machte und so ein höheres Resultat verhinderte. An ihm lag es nicht, dass der FC Basel den Traum von der Viertelfinalqualifikation bereits nach der ersten Halbzeit begraben musste.

«Es gibt Tage, da hältst du jeden Ball»

Wie sagte Sommer am Tag nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel so schön: «Es gibt Tage, da weisst du als Goalie nicht wie, aber du hältst jeden Ball. Die Hand geht einfach immer an den richtigen Ort.» Sommer wollte damit ausdrücken, dass es für eine perfekte Leistung eine gehörige Portion Glück braucht.

Umso bitterer für die Basler Fussballfans war es, als in der Halbzeitpause auf dem Stadionbildschirm die Zusammenfassung des Spiels Inter Mailand - Olympique Marseille lief. Steve Mandanda, Sommers Goaliekollege bei den Franzosen, parierte zwei Mal auf unglaubliche Art und Weise. Szenen, die die Fans des FCB gerne von «ihrem» Yann Sommer gesehen hätten.

Keine Anzeichen einer Formkrise

Auch die zweite Halbzeit brachte wie für das gesamte Basler Kollektiv auch für Sommer keine Besserung. Einmal konnte er sich noch auszeichnen, gegen die Tore vier bis sechs von Mario Gomez und das 0:7 durch Robben war er machtlos.

Es passte zum Geschehen, dass ausgerechnet jene drei Bayern-Spieler die Tore zum 7:0-Sieg erzielten, die in der Vergangenheit am stärksten gescholten wurden. Gomez schoss sich nach dem Dreierpack am Wochenende gegen Hoffenheim weiteren Frust von der Seele, Superstar Arjen Robben wirbelte wie zu besten Zeiten und zeichnete sich für das türöffnende 1:0 verantwortlich.

Auch bei Thomas Müller, dem einige Münchner Zeitungen gegen Basel einen Platz auf der Ersatzbank verordneten, weit und breit keine Anzeichen einer Formkrise.

Harte Landung

Um noch einmal auf Sommers Glück aus dem Hinspiel sprechen zu kommen: Bei der erdrückenden Dominanz, welche der FC Bayern gestern an den Tag legte, hätte Sommer und dem FC Basel wohl auch dies nicht viel genützt. Auch wenn ihn keine Schuld traf: Yann Sommer ist wie der ganze FC Basel hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet.