«Vorprojektstadium»
Zuwachs auf dem Rhein: Novartis prüft eine fünfte Fähri

Zwischen Campus und Hafenkran könnte dereinst ein neues Transportmittel pendeln. Novartis-Sprecher Daniel Zehnder teilt jedoch mit, dass keinerlei Verbindlichkeiten vorliegen würden. Bislang ist das Projekt nicht viel mehr als eine Idee.

Benjamin Rosch
Merken
Drucken
Teilen
Kriegt die Schifffahrt unterhalb der Dreirosenbrücke Zuwachs?

Kriegt die Schifffahrt unterhalb der Dreirosenbrücke Zuwachs?

Martin Töngi

Die Basler Fähren heissen bachabwärts «Wild Maa», «Leu», «Vogel Gryff» und «Ueli». Selbst Menschen, die das Kleinbasel nur aus der Nachrichtenspalte der Zeitung kennen, dürften wissen: Die nautische Nomenklatur richtet sich nach dem höchsten Feiertag des Glaibasel, dem Vogel Gryff, genauer: nach dessen Figuren. Dieser Logik folgend könnte bald der Bannerherr zu Ehren kommen. Denn wie die bz erfahren hat, geht die Novartis derzeit mit dem Gedanken schwanger, ob nicht eine fünfte Fähri realisierbar sei.

Bislang ist das Projekt nicht viel mehr als eine Idee, ein Gerücht, das durch Verwaltung, Fähriverein und sonstige direkt oder indirekt beteiligte Parteien geistert. Es sei noch viel zu früh für konkrete Aussagen, heisst es von allen Seiten. Doch die Zahl der involvierten Personen ist bereits beachtlich.

Dem Vernehmen nach soll Gastronom Simon Lutz diesem Vorhaben neuen Schub verliehen haben. Seit gestern ist bekannt, dass er den Hafenkran bewirtschaften wird. Es ist das jüngste Geschenk des Pharma-Multis an die Stadt und soll heute feierlich eröffnet werden. Ebenfalls nicht lange zurück liegt die Öffnung der Promenade auf Grossbasler Seite, die den Novartis-Campus auf der Rheinseite umsäumt. Fehlt noch die Verbindung dazwischen, ein Wasserweg als Alternative zur Dreirosenbrücke.

Technisch machbar

«Wir befinden uns noch im Vorprojektstadium», sagt Novartis-Sprecher Daniel Zehnder. Es lägen keinerlei Verbindlichkeiten vor. «Wir haben bislang nur die Machbarkeit abklären wollen», erklärt Zehnder. Diese habe ergeben: Die Stelle zwischen Campus und Hafenkran eigne sich für eine fünfte Fähre. Dazu müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt sein, etwa die Strömung. «Die Idee an sich finden wir sehr spannend.»

Bereits fanden erste Gespräche statt, etwa mit Dieter Bühler von der Stiftung Basler Fähren. Diese zeichnet für den Unterhalt und Betrieb der vier Rheinfähren verantwortlich, wenn auch die Fährimänner selbstständig erwerbend sind. Bühler bestätigt, dass ein loser Kontakt mit Novartis bestehe, mahnt aber ebenfalls, dass noch nichts spruchreif sei.

Lange bevor ein allfälliger «Bannerherr» vom Stapel laufen könnte, droht der Gang durch die Bürokratie. «Die Stadt ist Konzessionsgeberin für die Fähren, muss also in das Projekt involviert sein», sagt Bühler. Es ist das Justiz- und Sicherheitsdepartement, das aktuell bei den Überlegungen einbezogen wird. Sprecher Martin Schütz schreibt auf Anfrage: «Wir können Ihnen bestätigen, dass wir Kenntnis von dieser Idee haben. In einem ersten Schritt werden wir alle Beteiligten zu einer Aussprache treffen.» Gerade auch im Zusammenhang mit der Arealentwicklung im Klybeck sei auch die Stadt daran interessiert, solche Überlegungen zur Aufwertung zu wälzen, ist von verschiedenster Seite zu vernehmen. Es ist zumindest vorstellbar, dass der Kanton einem solchen Anliegen wohlwollend begegnet. Noch sind aber viele Fragen offen, auch ein Zeitplan steht noch nicht fest. Mehr Informationen könnten nächstes Jahr folgen, 2017 «sicher nicht mehr», sagt Zehnder.