Es zieht neues Leben ein in die Rheingasse, im Haus Nummer 25, neben der «Sonne»; dort, wo sich bis Ende 2018 die Bar Panama befand. Noch ist dieser Schriftzug über der Fensterfront sichtbar, doch bald wird er einem anderen weichen: «Schall und Rauch».

Der Name ist Programm. Im vorderen Teil des 190 Quadratmeter grossen, langgezogenen Lokals entsteht eine Bar, in den Tiefen ein schallgeschützter Club mit Tanzfläche und ausladendem Fumoir. «Es geht hier nicht einfach um Party. Wir möchten uns einen Namen machen mit kulturellen Events jeglicher Art, mit Lesungen, Ausstellungen und Funk-Konzerten bis hin zu, ja, DJ-Abenden. Es soll sehr durchmischt werden und ein familiär-kollegialer Groove vorherrschen», sagt Nikhil Bigler zur bz.

Ein paar Nachtschichten

Der Basler Gastronom, der jahrelang in der Cargo Bar als Geschäftsführer wirkte, startet zusammen mit seinen Kollegen Marc Sapulowitsch und Martin Szaradics am kommenden Samstag mit «Schall und Rauch». Die drei sind die neuen Pächter an der Rheingasse 25 und haben dazu die Firma Transit Basel gegründet. Eine kleine Eröffnungsfeier werde es geben, mit Live-Konzert, offen für alle, um zu zeigen: «Jetzt sind wir da. Ich glaube aber, die grosse Sause findet erst in einem Jahr statt,» sagt Bigler.

Dass am Samstag hier der Betrieb anläuft, ist im Moment nur mit viel Fantasie vorstellbar: Im Innern Baustaub überall, es wird gebohrt und zusammengebaut, die Späne fliegen, und Biglers Hosen sind mit weisser Farbe bekleckert. «Jetzt müssen wir Vollgas geben, das gibt ein paar Nachtschichten.» Bigler und seine Kollegen gestalten und schreinern das Interieur selbst, mit der Hilfe von Freunden. Den Betrieb finanzierten sie aus eigenen Mitteln, den Betrag nennt Bigler nicht. «Richtig teuer» sei die Installation von Schallschutzwänden im Club geworden. «Das ist etwas vom Luxuriösesten, das es derzeit auf dem Markt gibt.»

Bigler erhofft sich damit von Beginn weg ein entspanntes Verhältnis zu den Anwohnern, die in den vergangenen Jahren wegen lärmenden Besuchern auf dem Boulevard immer wieder mit den Beizern vor Ort im Clinch lagen. «Wir werden dafür sorgen, dass sich die Leute ausserhalb der Boulevardzeiten ruhig verhalten auf der Strasse. Ich denke aber, dank des grossen Fumoirs wird es kein Problem sein, die Besucher ins Innere zu locken.»

Fakt ist: Besonders der Name Bigler, bekannt und geschätzt aus Cargo-Bar-Zeiten, garantiert viel neues Leben in die Rheingasse. Ausserdem wird dies den Boulevard verlängern, der bis anhin in erster Linie von der «8-bar», dem Restaurant Schmalen Wurf und den beiden Bars Grenzwert und Consum bespielt wurde, da sich das «Schall und Rauch» einige Meter weiter rheinaufwärts befindet.

Das neue Goldene Dreieck?

Vom jüngsten Zuwachs an der Rheingasse wird viel erwartet. Ein Autor der Community «Ron Orp» frohlockte bereits, er freue sich auf «das neue Goldene Dreieck: 8-Bar, Grenzwert und Schall und Rauch». Und auch Mister Rheingasse, Kulturunternehmer Tino Krattiger, kann dem «Schall und Rauch» nur Positives abgewinnen: «Ich bin hoch erfreut, dass mit Nikhil Bigler ein Gastronom sich der Bar annimmt.»

Allerdings sei für die Rheingasse von Bedeutung, dass das Lokal an den Spirit der anderen Gastronomen angebunden werden könne. Dazu sagt Bigler: «Die meisten Gastronomen kannten wir bereits. Wir sind sehr herzlich empfangen worden.»

Das Trio beabsichtigt, von Dienstag bis und mit Samstag ab 16 Uhr geöffnet zu haben; sieben Mitarbeiter sollen im Teilzeitpensum beschäftigt werden. Für die Häppchen zeichnet ein kleiner Basler Cateringbetrieb verantwortlich, die Getränkekarte soll immer wieder neu bespielt werden, passend zum Event, der stattfindet. Im «Schall und Rauch» ist nichts in Stein gemeisselt.