BVB-Baustelle

Zwangspause am Bankverein: Hier steht bald alles still

Dieser Knoten wird bald zerschnitten: Die Basler Verkehrs-Betriebe werden den Bankverein vollsperren.

Dieser Knoten wird bald zerschnitten: Die Basler Verkehrs-Betriebe werden den Bankverein vollsperren.

Die Komplettsanierung der viel befahrenen Kreuzung bringt ab kommende Woche unzählige Umleitungen mit sich.

Nach der notfallmässigen Sanierung anfangs Juni folgt nun die nächste Vollsperrung der Kreuzung. Die Grossbaustelle macht den Verkehrsteilnehmern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: Fast alle Tramlinien sind betroffen, auch der Velo- und Autoverkehr ist beeinträchtigt.

In knapp einer Woche beginnt die Rundumsanierung. Rund 300 Gleismeter, vier Weichen und sechs Gleiskreuzungen werden ersetzt. Die Bauarbeiten sollen zehn Tage lang dauern, zwei Tage nimmt die Entfernung der alten Geleise in Anspruch. Um die Sanierung schnellstmöglich abwickeln zu können, laufen die Arbeiten rund um die Uhr: «Drei achtstündige Schichten pro Tag ermöglichen es uns, die Erneuerung in nur zehn Tagen statt sechs Wochen über die Bühne zu bringen», so Matthias Pietrass, Projektleiter der Sanierung. Am Wochenende wird der Betrieb reduziert. Das Projekt kostet rund 2,6 Millionen Franken.

Nur die Fussgänger werden nicht tangiert

Die Bankverein-Kreuzung ist mit rund 900 Tramüberfahrten pro Tag ein Knotenpunkt des Basler Verkehrs: «Es ist das Herz der Stadt und gleichermassen das Herz des BVB-Netzes», sagt Pietrass. Logische Folge davon ist, dass fast alle Trams von der Grossbaustelle tangiert werden. Nur die Linien 6 und 17 verkehren wie gewohnt, das 21er-Tram fährt gar nicht, die Haltestellen Bankverein und Kirschgarten werden nicht bedient.

Um ihre Kunden nicht komplett aus dem Konzept zu bringen, haben die BVB versucht, «so weit als möglich das Fasnachtsregime aufzunehmen, damit die Leute schon ein bisschen mit dem neuen Betrieb vertraut sind», so Fahrplan-Leiter Chris Gugger. Während der Vollsperrung sind ausserdem Kundenlenker an den Verkehrsknotenpunkten im Einsatz, die bei Bedarf Auskunft geben können. Auch die Online-Fahrpläne sind den speziellen Bedingungen angepasst.

Während der motorisierte Verkehr über die Bankverein-Passage komplett lahmgelegt sein wird, müssen Fahrradfahrer zumindest mit Umwegen rechnen. Für Fussgänger wird die Kreuzung wie bisher in allen Richtungen passierbar sein. Die angrenzenden Liegenschaften und Gewerbe sind weiterhin problemlos zugänglich.

Bei der Netzsanierung herrscht Nachholbedarf

Bereits Anfang Juni war die Kreuzung beim Bankverein komplett gesperrt. Grund für den notfallmässigen Einsatz waren Absenkungen der Geleise, welche die betriebliche Sicherheit gefährdeten. Auf Nachfrage der bz geben die BVB nun bekannt, was die Gründe für den Schlamassel waren: Ein schlechter Baugrund und die zu tiefe Baugrube der Industriellen Werke Basel neben den Gleisen lösten den Notfall aus.

Der Spontaneinsatz kostete rund eine halbe Million Franken, die Kosten teilen sich die Industriellen Werke Basel und die BVB. Wie die finanzielle Beteiligung im Detail aussehen wird, sei aber noch nicht klar, wie Benjamin Schmid, Mediensprecher der BVB, mitteilt. Eine sofortige Komplettsanierung sei laut BVB-Infrastrukturchef Ramon Oppikofer aber nicht infrage gekommen, weil das benötigte Material zu diesem Zeitpunkt noch nicht für den Einbau zur Verfügung stand. Obwohl die BVB grundsätzlich richtig vorgegangen seien, zeigt sich Oppikofer nicht glücklich darüber, dass die Notmassnahme getroffen werden musste.

Mit der seit 2016 jährlich durchgeführten, vollumfassenden Analyse des Tramnetz-Zustandes soll sich das nun verbessern. Die langfristige Planung soll zu einer nachhaltigen Netzsanierung in ganz Basel führen. Da in den letzten Jahren zu wenig Gelder in die Instandhaltung der Traminfrastrukturen investiert worden seien, bestehe nun Nachholbedarf, wie Oppikofer sagt. In Zukunft sei dafür jährlich ein Betrag von 25 bis 30 Millionen Franken budgetiert.

Meistgesehen

Artboard 1