Häbse-Theater

Zwei Geburtstage werden im grössten Kleintheater Basels gefeiert

Das Häbse-Theater feiert sein 25-jähriges Bestehen mit einer Gala. Zudem wird der 70. Geburtstag von dessen Gründer Hansjörg «Häbse» Hersberger in Anwesenheit einiger seiner Stars zelebriert.

Turnschuhe und Jeans. In diesem Aufzug würde Niels Hauck (40) nie eine Vorstellung im Theater seines Schwiegervaters besuchen. Schon gar nicht, seit er selber was zu sagen hat. Vor zehn Jahren stieg Ökonom Hauck in die ihm fremde Theaterwelt ein. Inzwischen schmeisst er als Produktionsmanager den Laden. Und weiss: «Schauspieler sind keine Morgenmenschen.»

In Turnschuhen und Jeans sitzt er an diesem Morgen auf einem der weissen Stühle an einem der weissen Tischchen im «grössten Kleintheater Basels» – und wirkt leicht gestresst. Viel gibt es noch zu tun vor dem grossen Abend, dem heutigen Abend, an dem das auf den Tag genaue 25-jährige Bestehen des Häbse-Theaters und der 70. Geburtstag von dessen Gründer Hansjörg «Häbse» Hersberger in Anwesenheit einiger «seiner» Stars gefeiert wird.

Diese werden auftreten – und «Häbse» wird dem Publikum Anekdoten aus den vergangenen Jahren erzählen. So wird er ausplaudern, dass Pierre «Winnetou» Brice sich weigern wollte aufzutreten, als er das Theater sah. «Das ist mit Konsumation?», soll er gefragt haben. «So kann ich mich nicht konzentrieren!» Es sah kurz so aus, als ob die Bricesche Komödie nie in Basel aufgeführt würde – doch irgendwie hat es «Häbse» geschafft, den französischen Schönling zu überreden, trotz Getränke konsumierender Gäste zu spielen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte «Winnetou» erfahren, dass der Saal beim grössten Konkurrenten normal gestuhlt ist – ohne Tische. Ob er über die Brücke an den Spalenberg ins Fauteuil geeilt wäre und dort seine Komödie zum Besten gegeben hätte?

Fasnächtliche Querflötenträume

Wahrlich, das Fauteuil sei der grösste Konkurrent in Basel, sagt Niels Hauck. Eine Zusammenarbeit gebe es genauso wenig wie schlechte Gefühle. «Wir arbeiten gut nebeneinander, jeder hat seinen Marktanteil. Es ist wie bei Coop und Migros – die überleben auch beide und arbeiten nicht zusammen.»

Wenn also das «Häbse» Migros wäre und das Fauteuil Coop, so müssten sie sich vor weiterer Konkurrenz wie Aldi und dergleichen in Acht nehmen. Das weiss Hauck – und versucht beispielsweise, sein Programm so zu gestalten, dass auch Junge kommen. Die Show des Basler Multitalents Joël von Mutzenbecher ist nur ein Beispiel. Generell gelte für das Theater aber: «Eigenproduktionen laufen am besten.»

Füllte ein deutscher Superstar wie etwa der Komiker Hape Kerkeling früher noch drei Wochen lang den Saal, schafft er es heute nur noch ein paar Abende. Ein «Mimösli» hingegen läuft immer, ein Dauerbrenner quasi. An Ideen, solche Klassiker etwas aufzupeppen, mangelt es Niels Hauck nicht: Ian Anderson, Frontmann der Band Jethro Tull, würde er gern an der Vorfasnachtsveranstaltung auftreten lassen – und zwar stilecht mit seiner Querflöte.

Zuerst wird nun aber das Jubiläum gefeiert, die Gala, wie es auf der Einladung heisst. «Das heisst aber nicht, dass alle Frauen im langen Kleid kommen müssen», sagt Hauck. Aber Turnschuhe müssten es auch nicht sein.

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