Gastronomie

Zwei Mäzene übernehmen Traditions-Confiserie: «Beschle gehört zu Basel wie das Schauspielhaus»

Gisela Kutter und Walter von Wartburg haben das Traditionsgeschäft Beschle übernommen. Sie planen langfristig. Nun soll die altehrwürdige Confiserie wieder in die schwarzen Zahlen gelangen.

Es sind nicht gerade zwei Namen, die man als erste mit einer Basler Grossbäckerei und Confiserie in Verbindung bringen würde. Doch nun gehört das Traditionsgeschäft mit der Marke Beschle den Mäzenen Gisela Kutter und Walter von Wartburg. Sie haben auf Anfang Jahr die Mehrheit der Firma übernommen. Die Gastroniomiekette «Rhyschänzli» hält noch eine Minderheitsbeteiligung und ist mit Hermès Beurret im Verwaltungsrat vertreten.

Die Ereignisse hatten sich in der jüngeren Geschichte des Traditionshauses überschlagen. Nachdem vor rund zwei Jahren die Eigentümerfamilie den Betrieb einstellte, sprang die «Rhyschänzli»-Gruppe zusammen mit Financier und McClean-Gründer Markus Weisskopf ein. Sie retteten damit den Namen und das elegante Hauptgeschäft an der Clarastrasse mit der grossen Backstube. Allerdings mussten mehrere Filialen schliessen.

Nachdem sich Weisskopf vom Engagement getrennt hatte, suchte die Rhyschänzli-Gruppe neue Partner – und stiess bei Kutter und von Wartburg auf grosses Interesse. Das Paar beteiligte sich nicht nur, die beiden übernahmen gleich die Firma.

Zuerst wieder zurück in die schwarzen Zahlen

Die zwei Namen der neuen Mehrheitsaktionäre sind in Basel ein Begriff. Sie spielten eine wegweisende Rolle beim Bau des Basler Schauspielhauses. Gisela Kutter engagierte sich an vorderster Front, sammelte Spenden und ermöglichte dadurch wesentlich die Finanzierung des Hauses. Auch Beschle ist für sie eine Herzensangelegenheit: «Beschle gehört zu Basel wie das Schauspielhaus», sagt sie. Nun wollen die zwei die Bäckerei und Confiserie in eine neue Zukunft führen. Natürlich plane man langfristig, sagt von Wartburg: «Wir sind noch weit weg von schwarzen Zahlen. Wir sind aber überzeugt, dass wir dies durch stetes Tun wieder ändern können.»

Beschle soll also eine Institution bleiben. Das begrüsst auch Hermès Beurret, der die Minderheitsaktionärin vertritt. «Es ist die Leidenschaft für Beschle, die uns verbindet. Der Einstieg von Gisela Kutter und Walter von Wartburg ist dahingehend ein Glücksfall.» Die «Rhyschänzli»-Gruppe profitiert dabei auch von der Backstube von Beschle.

Sie betreibt mit den «Union Diners» und dem «Union» an der Klybeckstrasse unter anderem mehrere Betriebe, die für ihre Burger bekannt sind. Die Brötchen dafür werden von Beschle bezogen. Dazu kommen Brote, Glacé und natürlich Confiserie-Waren für die weiteren Betriebe. Laut Beurret werde die Zusammenarbeit mit Beschle laufend intensiver.

Eine Expansion steht zurzeit nicht zur Debatte

Kutter und von Wartburg freuen sich derweil über den Kundenstamm, der laufend wächst. «Wir stellen mit Freude und Bewunderung fest, wie viele Menschen wir an der Clarastrasse begrüssen dürfen», sagt von Wartburg. «Beschle ist eine typische Basler Confiserie, wie man sie früher schon gerne hatte und dies auch weiterhin tun wird.» Im Vordergrund würden Produkt- und Servicequalität stehen sowie ein gutes Verhältnis von Preis und Leistung. Eine Expansion oder Wiedereröffnungen von Filialen stünden zurzeit nicht zur Debatte.

Möglicherweise wird aber die Produktpalette erweitert, Gisela Kutter hegt bereits Pläne. Schliesslich fühle sie sich der Branche auch familiär verbunden, denn ein Bruder der Grossmutter führte bereits eine grosse Confiserie in Norddeutschland, sagt sie: «Und da gab es eine Spezialität, die ich den Baslern dann doch gerne mal etwas näher vorstellen möchte.»

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