Schifffahrt

Zwei Millionen gegen den Schiffbruch: Basler Personenschifffahrt kämpft gegen Konkurs

Die BPG erhält ein Darlehn von zwei Millionen Franken um den Konkurs abzuwenden. Zur BPG-Flotte gehören der Rhystärn (Bild), MS Baslerdybli und MS Christoph Merian.

Die BPG erhält ein Darlehn von zwei Millionen Franken um den Konkurs abzuwenden. Zur BPG-Flotte gehören der Rhystärn (Bild), MS Baslerdybli und MS Christoph Merian.

Die Basler Personenschifffahrt (BPG) soll ein unverzinsliches Darlehen von zwei Millionen Franken erhalten. Ohne diese zusätzlichen Mittel drohe dem Unternehmen, das sich im Besitz des Kantons befindet, der Konkurs.

Zu diesem Schluss kommt die Wirtschafts- und Abgabekommission (WAK) des Grossen Rats, welche sich einstimmig für die Unterstützung ausspricht. Offen ist, ob die zwei Millionen zurückbezahlt werden müssen.

Daneben soll die bisherige Unterstützung in der Höhe von 470000 Franken für das laufende und das kommende Jahr verlängert werden. Insgesamt sind also rund drei Millionen Franken nötig, damit die BPG keinen Schiffbruch erleidet. Ausserdem erhält das Unternehmen einen Überbrückungskredit des Bundes in der Höhe von bis zu einer Million Franken. Dieses Geld muss innerhalb von fünf Jahren abgestottert werden.

Die Flotte der BPG ist seit dem 16. März 2020 komplett stillgelegt, das Personal ist zum allergrössten Teil in Kurzarbeit, wenige arbeiten im Homeoffice. Alle Charterfahrten, die normalerweise einen Drittel des Umsatzes ausmachen, wurden storniert. Kommenden Donnerstag will die BPG mit einem reduzierten Fahrplan den Betrieb wieder aufnehmen (diese Zeitung berichtete).

Pläne für neues Schiff auf Eis gelegt

Auf 1,92 Millionen Franken beziffert die BPG den Verlust, den sie durch die Coronakrise im laufenden Jahr hinnehmen muss. Falls der Lockdown gar das ganze Jahr angedauert hätte, wäre ein Minus von 2,15 Millionen erwartet worden. Schaut man sich den jährlichen Umsatz des Unternehmens an, der zwischen fünfeinhalb und sechs Millionen Franken liegt, ist klar, dass die BPG diese Einbussen nicht alleine stemmen kann. Denn auch im kommenden Jahr rechnen die Verantwortlichen mit einer tiefen Nachfrage und einem deutlichen Defizit im Nachgang der Coronakrise.

Die Coronakrise macht auch allen Plänen der Personenschifffahrt für die kommenden Jahre einen dicken Strich durch die Rechnung. Eigentlich hatte die Regierung die Unterstützung mit der neuen Leistungsvereinbarung bis 2024 deutlich erhöhen wollen – von 470000 Franken auf neu 860000 pro Jahr. Damit hätte das Unternehmen flexibler und moderner umgestaltet werden sollen. Ausserdem sollte die Anschaffung eines neuen Schiffs geplant werden. Denn neben dem Rhystärn, welcher vor zwei Jahren in Betrieb ging, besteht die BPG-Flotte noch aus den zwei altersschwachen MS Baslerdybli und MS Christoph Merian.

Aufgrund der momentanen Unklarheit wurden alle Investitionen gestoppt. Bis Mitte nächsten Jahres soll eine neue Strategie vorliegen, welche Zukunftsszenarien es für die BPG gibt.

Meistgesehen

Artboard 1