Herbstmesse
Zwei Neubauten bedrohen die Basler Herbstmesse

Schausteller an den Basler Jahrmärkten und Basler Politiker machen sich Sorgen um die Basler Herbstmesse. Grund sind Grossbauten, die es noch gar nicht gibt.

Moritz Kaufmann
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Basler Herbstmesse

Basler Herbstmesse

Roland Schmid

Basel ist stolz auf seine Herbstmesse – und das zurecht, gilt sie doch als eine der grössten und ältesten Jahrmärkte der Welt. Und obwohl die Herbstmesse seit 1471 jedes Jahr stattgefunden hat, machen sich Schausteller und Politiker grosse Sorgen. Grund dafür sind zwei Basler Bauvorhaben.

Einerseits die Erweiterung des Stadtcasinos auf dem Barfüsserplatz, andererseits der Parkhausneubau samt Wohn- und Hotelturm auf dem Messeplatz, welchen die MCH Group anstrebt. Beide Bauten gibt es noch gar nicht. Das neue Messeparking ist noch nicht einmal ein Projekt, sondern erst eine Idee. Trotzdem luden SVP-Grossrat und Herbstmesse-Schausteller Oskar Herzig sowie Basta-Grossrat Urs Müller heute in die Martinskirche, um gegenüber den Basler Medien ihren Unmut kundzutun.

Heimlicher Kantonsarchitekt

«Wir haben grosse Sorgen, dass wir die Herbstmesse und auch den Weihnachtsmarkt dort nicht mehr platzieren können», begründet Oskar Herzig das Vorpreschen. Er fordert Antworten von den «Basler Zukunftsplanern» auf folgende Fragen: Was passiert mit Herbstmesse und Weihnachtsmarkt während der Bauphasen? Hat man sich über Ersatzflächen Gedanken gemacht?

«Ich habe den Eindruck, dass Basel einen neuen Kantonsarchitekten hat – er heisst Jacques Herzog», spöttelte Linkspolitiker Urs Müller. Er sprach den Umstand an, dass die Stararchitekten Herzog & de Meuron sowohl beim Stadtcasino wie auch bei der Testplanung auf der Messe mitgewirkt haben. Müller stört, dass in den Plänen weder Herbstmesse noch Weihnachtsmarkt «mit einem Wort erwähnt sind». Dabei handle es sich um Volkskulturgut.

Kein Kontakt zu Planern

Was genau die beiden Grossräte jetzt tun wollen, konnten sie heute noch nicht sagen. In erster Linie sei es darum gegangen, die Öffentlichkeit zu informieren. Beide betonten, dass es nicht darum gehe, Projekte zu verhindern. Doch sie würden sich nicht scheuen, Einsprachen zu erheben oder Referenden zu ergreifen, falls eines der beiden Bauvorhaben die Herbstmesse oder den Weihnachtsmarkt beeinträchtigten. Den Kontakt zum Gewerbeverband und zu Pro Innerstadt habe man schon gesucht und Unterstützung zugesichert bekommen.

Nur: Mit den beiden wichtigsten Akteuren, der Casino-Gesellschaft und der Messebetreiberin MCH Group, haben sie nicht geredet. Auf Anfrage sagt Messe-Sprecher Christian Jecker: «Wir haben erst Testplanungen gemacht. Die Herbstmesse würde nach heutigem Stand vom Parking-Neubau kaum betroffen sein.» Und Thomas Koeb, Direktor der Casino-Gesellschaft betont: «Am 9. Juli ist die Einsprachefrist gegen unser Projekt abgelaufen.» Beide räumen ein, dass es während der Bauphase zu Beeinträchtigungen für einzelne Schausteller kommen könne. Messe-Sprecher Christian Jecker gibt aber zu bedenken: «Der Umstand, dass es eine Baustelle gibt, kann kein Grund dafür sein, dass ein Gebäude nicht gebaut werden kann.»