Bei der Familie Gehrig gehören Trommel und Piccolo zum Alltag. Auf dem Tisch stehen diverse Auszeichnungen, die die beiden Jungtalente in der Familie bereits gewonnen haben. Vor allem der 16-jährige Nicolas hat in seiner noch jungen Tambouren-Karriere schon einiges erreicht. Bereits zweimal gewann er das offizielle Basler Brysdrummle der Jungen. In diesem Sommer folgte in Frauenfeld der Höhepunkt, als er beim eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfest als König der Jungen obenauf schwang. Er ist somit aktueller Nachwuchs Schweizermeister im Trommeln. Nicolas Gehrigs Fähigkeiten gehen soweit, dass er als Sieger des Brysdrummle der Jungen 2014 im Finale der Alten mitmachen durfte und dort sogleich Fünfter wurde.

Für die jüngere Schwester ist der grosse Bruder eine positive Motivation und keinesfalls ein negativer Druck. «Ich möchte dies auch mal erreichen», sagt die 13-jährige Géraldine mutig. Und sie weiss, wie viel Fleiss hinter den Erfolgen ihres Bruders steckt. Beide sind sie Mitglieder der Jungen Garde der Fasnachtsgesellschaft «die Aagfrässene». Nicolas spielt zudem bei der Knaben- und Mädchenmusik Basel 1841 und im Nachwuchs des Top Secret Drum Corps.

Perfekte Harmonie mit Kollegen

Diese Mischung aus traditioneller Fasnachtsmusik und Showelementen fasziniert den Nachwuchstambour. «Das traditionelle Basler Trommeln übe ich für die Fasnacht. Beim Showtrommeln muss man perfekt mit den Kollegen harmonieren. Jeder Trick muss präzise sitzen und dazu noch schön aussehen. Fehler sind da nicht erlaubt.»

Es wäre gar nicht so ungewöhnlich, würde Géraldine im Schatten ihres erfolgreichen Bruders stehen. Dies macht aber keinesfalls den Anschein. Seit fünfeinhalb Jahren spielt sie Piccolo, nahm bereits dreimal am Bryspfiffe teil und qualifizierte sich zweimal für das Finale der Jungen. Géraldine träumt von einer Zukunft in einer ambitionierten Pfeifergruppe, die zusammen den Fasnachtsdienstag absolviert und an Vorfasnachtsveranstaltungen auftritt. Auch würde sie gerne mal Instrukteurin werden.

Sein eigenes Können Jüngeren weitergeben, das will auch Nicolas einmal. Auch möchte er die Rekrutenschule im Militärspiel als Tambour absolvieren und so bei Staatsempfängen die hohen Gäste begrüssen. Es sind Träume, die sich die beiden Jungtalente selber zurechtlegen. Von den Eltern kam nie der Druck für mehr, betonen beide. «Im Gegenteil, sie mussten uns bremsen», sagen sie einhellig.

Die Fasnacht bleibt der Höhepunkt

Trotz aller Preise und Ziele bleibt bei beiden die Fasnacht das Highlight des Jahres. Im Gegensatz zu den Wettspielen bietet diese auch Freiheiten für die Kunst des Trommelns und Pfeifens, wie die beiden Geschwister mit strahlenden Augen erzählen. Das Fasnachtsfieber haben sie wie fast alle von den Eltern in die Wiege gelegt bekommen. «Er nahm schon bald meine Trommelschläger und schlug dort drauf, wo es für ihn am besten tönte», erzählt Vater Marcel Gehrig.

Schon als kleiner Junge ging Nicolas mit seiner leeren Ovomaltine-Büchse an die Fasnacht. Diese Freiheit lebt er noch heute am Fasnachtsdienstag aus, wenn er mit Tambourkollegen als «Gipfelstürmer» Basels Gassen unsicher macht.

Schwester Géraldine gehört dieses Jahr zum ersten Mal zur Sujetkommission der Jungen Garde. Die Fasnachtsfamilie Gehrig aus Reinach ist schon jetzt voller Aufregung für den Morgestraich am 23. Februar. Es sind dann drei Tage, während denen nicht jeder Trommelschlag und nicht jeder Pfiff zählt. Es ist die Freiheit, die bei der Familie Gehrig die Fasnacht noch immer so traumhaft erscheinen lässt.

Trotz diverser Königsehrungen und Karriereplänen – die Wurzeln haben sie nie vergessen. Doch zuvor zeigen sie ihr Können mit vielen anderen jungen Musikern am Samstag an der Swiss Junior Drum Show im Stadtcasino.

Swiss Junior Drum Show 22. November, Stadtcasino Basel, 19.30 Uhr, www.juniordrumshow.ch