Zweiter Weltkrieg
Zum Gedenken an Nazi-Opfer: In Basel wurden fünf neue Stolpersteine gesetzt

Erste Gedenksteine wurden bereits vergangenes Jahr in Basel platziert. Am Dienstag folgten nun fünf weitere Steine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus.

Elodie Kolb
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Bei der Setzung des Gedenksteins für seine Mutter war Claude Hirsch ebenfalls anwesend. Auf dem Bild mit Danielle Kaufmann, Grossrätin und Mitglied im Verein Stolpersteine Basel.

Bei der Setzung des Gedenksteins für seine Mutter war Claude Hirsch ebenfalls anwesend. Auf dem Bild mit Danielle Kaufmann, Grossrätin und Mitglied im Verein Stolpersteine Basel.

Kenneth Nars

Nach einem ersten Gedenkanlass vergangenen Herbst wurden am Dienstag in Basel fünf weitere Stolpersteine zum Gedenken an Opfer der Nationalsozialisten gesetzt. Darunter am Spalenring 140 einer für Edmée Ditisheim. Sie ist zwar in Basel aufgewachsen, verlor vor dem Krieg durch ihre Heirat allerdings das Schweizer Bürgerrecht. Mit Folgen: Das Gesuch, welches sie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs für die Rückkehr in die Schweiz beantragte, wurde erst 1944 bewilligt. Für sie und ihren Mann Armand Hirsch war es zu spät: Beide wurden in Auschwitz ermordet.

Bei der Setzung ihres Stolpersteins war am Dienstag auch ihr Sohn, Claude Hirsch, anwesend. Er hat selber in seiner Jugend mehrere KZ-Standorte überlebt und lebt heute in Frankreich.

Der Gedenkstein für Edmée Hirsch-Ditisheim.

Der Gedenkstein für Edmée Hirsch-Ditisheim.

zvg

Vier weitere Opfer des Nationalsozialismus gewürdigt

Neben Ditisheim wurde ausserdem Rebekka, Johanna und Margot Braunschweig an der Hegenheimerstrasse 96 ein Denkmal gesetzt. Margot Braunschweig wurde 1942 deportiert, woraufhin ihre Schwester Johanna und deren Mutter Rebekka in die Schweiz flüchteten. Eine zunächst genehmigte Ausnahmebewilligung wurde wieder zurückgezogen, bis sich ein Berner Anwalt für die beiden einsetzte. Rebekka und Johanna überlebten, Margot wurde kaum 22-jährig in Auschwitz ermordet.

Gedenksteine für Rebekka, Johanna und Margot Braunschweig.

Gedenksteine für Rebekka, Johanna und Margot Braunschweig.

zvg

Auch in Gedenken an Robert Kehrli wurde ein Stolperstein gesetzt. An den Schweizer Widerstands- und Fluchthelfer erinnert nun ein Stein an der Utengasse 43.