Zoo Basel

Zwergflusspferd-Familie im Zoo Basel gemeinsam auf der Aussenanlage

Im August des letzten Jahres kam das kleine Zwergflusspferd Queyah im Zoo Basel zur Welt. Nun geht das Kleine mit seiner Mutter Ashaki (15) und seinem Vater Napoleon (13) regelmässig auf die Aussenanlage.

Der Name «Queyah» ist ein liberianischer Name und bedeutet auf Deutsch: «Die Aufmerksamkeit der Menschen auf etwas Besonderes lenken». Auf der Flusspferd-Anlage ist zur Zeit tatsächlich etwas Besonderes im Gange: Zum ersten Mal halten sich alle Mitglieder der Zwegflusspferdfamilie gleichzeitig auf der Aussenanlage auf. Das schreibt der Zoo in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Da Queyah momentan noch nahe bei der ihrer Mutter bleibe, dürfe auch Vater Napoleon mit auf die Anlage.

In ihrem natürlichen Umfeld sind die Zwergflusspferde eher scheue Einzelgänger. Weibchen und Männchen finden nur während Brunft und Paarung zusammen. Im Zolli leben Mutter und Kind in der Innen-Anlage getrennt vom Vater. Sie haben dort einen eigenen Stall und Bäder, schreibt der Zoo.

Die Tiere leben im feuchten bis sumpfigen Urwalddickicht. Zwergflusspferde sind gute Schwimmer und Taucher. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den grossen Flusspferden, sind sie aber nicht so stark ans Wasser gebunden. Im dichten Pflanzengewirr der Flussniederungen und Sumpfgebiete finden sie Blätter, Kräuter, Früchte und wühlen nach Wurzeln und Knollen. Auf Nahrungssuche gehen die Zwergflusspferde aber erst in den Dämmerungs- und Nachtstunden. Am Tag ruhen sie in kleinen Wasserläufen, Suhlen oder Tümpeln.

Schwanz-Wedeln um die Umgebung zu markieren

Bei der Nahrungssuche benutzen die Tiere immer die gleichen Pfade. Dadurch entstehen in ihrem Wohngebiet mit der Zeit ausgeprägte Wechsel. Diese «parfümieren» die Tiere mit ihrem Kot. Dabei wedeln sie bei der Kotabgabe mit dem kurzen Schwanz und verteilen ihre Ausscheidungen auf die umliegenden Pflanzen.

Die Zwergflusspferde sind eine stark gefährdete Art. Schätzungsweise gibt es noch 2000-2500 erwachsene Tiere, wie der Zolli schreibt, Tendenz abnehmen. Der Zoo Basel unterstützt in Liberia und Sierra Leone das Projekt «Across the River – a new transboundary Peace Park for Sierra Leone and Liberia» von «Birdlife International». Dabei wird unter anderem untersucht, welche Waldgebiete für die bedrohten Zwergflusspferde besonders wichtig sind und wie die Schutzgebiete miteinander verbunden werden können, heisst es in der Mitteilung.

Partnervermittlung anhand genetischer Voraussetzung

Die Zwergflusspferde finden im Zolli ihre Partner durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm. Dies ist eine Art Partnervermittlung für Zootiere. Ausschlaggebend für eine Partnerschaft sind die genetischen Voraussetzungen. Die Paare bestehen dann aus Tieren, die möglichst wenig miteinander verwandt sind, damit es zu keinen Erbkrankheiten kommt.

Zwergflusspferde vermehren sich in Zoos gut, schreibt der Zolli. Ein grosser Teil der Erkenntnisse über ihre Lebensweise komme aus der Zoohaltung.

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