Der Rundgang zeigt: Die Designer setzen bei ihren Produkten vermehrt auf den Upcycling-Trend und präsentieren auffällig viele Möbel und Kleider aus wiederverwerteten Materialien. Die Klima- und Nachhaltigkeitsdebatte hält damit zumindest marketingtechnisch Einzug in die Designszene.

Andere Aussteller fallen durch ihre Treue zur Basler Designszene auf. Zu ihnen gehört die St. Galler Modedesignerin Ly-Ling Vilaysane, die mit ihrem Label Aéthérée jedes Jahr nach Basel kommt. Mit der Messe konnte sie sich ein Basler Stammpublikum aufbauen. «Die Basler Kundschaft ist unglaublich lieb und geduldig», so Vilaysane, die einmal im Monat ein neues Kleidungsstück entwirft. Jahrelang arbeitete sie in Paris, ehe sie zurück in die Schweiz zog. «Hier nehmen sich die Leute Zeit, um die Kleider zu betrachten.» Bei Vilaysane sind diese extravagant und wandelbar: Hinten und vorne sind hier nicht immer klar definiert, viele ihrer Entwürfe sind so designt, dass sie auch verkehrt getragen werden können.

«Basel ist ein gutes Pflaster»

Schlichter sind da die Holzkreationen von Christian Tanner. In seiner Mobiliarwerkstatt im Gundeldingerfeld stellt er individuelle Betten auf Wunsch seiner Kundschaft her. An der Messe zeigt er, wie aus dem Stamm einer Eiche ein Bett entsteht. Neunzig Prozent seiner Kundschaft verdankt der Berner Schreiner der Basler Designmesse.

Auch er ist seit Beginn dabei. «Basel ist für uns Designer ein gutes Pflaster. Hier läuft das Geschäft viel besser als in Bern. Möglicherweise sind die Basler einfach urbaner als die Berner.» Wer sich eines seiner Designerstücke kaufen möchte, tätigt eine kostspielige Investition: Bis zu sechstausend Franken kosten Tanners Bettrahmen. Die meisten Aussteller stammen wie Tanner und Vilaysane aus der Schweiz und arbeiten mit regionalen Materialien.

Stargäste aus Hamburg

Doch die Messebetreiber suchen mehr denn je den Kontakt zur internationalen Designszene. Die bekanntesten Gesichter der diesjährigen Ausgabe sind die Hamburger Kuratoren Eva Marguerre und Marcel Besau, welche für ihre Innengestaltung der Elbphilharmonie bekannt sind. Gemeinsam mit Shootingstar und Designerin Jule Waibel schaffen sie für die «Blickfang» eine gigantische computergenerierte Lichtinstallation, an welcher sich die Messebesucher beteiligen können: Jeder Gast kann am Computer sein eigenes Muster gestalten und ausdrucken, welches Waibel anschliessend in ein Gesamtkunstwerk verwandelt und in der Messehalle präsentiert. Es ist ein erster und gelungener Schritt weg von der rein kommerziellen Verkaufsmesse hin zur Kunstausstellung.