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Zwölf Kantone fordern Armee-Unterstützung an

Zwölf Kantone bitten die Armee um Hilfe. (Archivbild)

Zwölf Kantone bitten die Armee um Hilfe. (Archivbild)

Inzwischen haben zwölf Kantone Unterstützung von der Armee angefordert. Das teilte Armeesprecher Daniel Reist am Mittwoch auf Anfrage von Keystone-SDA mit.

Die Gesuche stammen aus dem Kanton Tessin, den beiden Basel, Graubünden, Neuenburg, Thurgau, Wallis, Bern, Waadt, Solothurn, Appenzell Ausserrhoden und Nidwalden. Insgesamt handelt es sich um über 60 Unterstützungsgesuche.

Die Armeeangehörigen unterstützen die zivilen Behörden im Gesundheitsbereich, in der Logistik oder im Transportwesen. Bisher wurden insbesondere die vier Spitalbataillone und fünf Sanitätskompanien aufgeboten.

Über die grösste Armee-Mobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg zog der stellvertretende Armeechef Aldo Schellenberg eine positive erste Bilanz. Diese verlaufe ruhig, professionell und zügig, sagte er in der Sendung «Heute Morgen» von Radio SRF.

Nicht alle eingerückt

Nach seinen Angeben sind inzwischen rund zwei Drittel der Aufgebotenen eingerückt. Genaue Zahlen gibt die Armee nicht heraus, aktuell dürften aber zwischen 2000 und 3000 Armeeangehörige aufgeboten worden sein. Die Militärpolizei gehe nun jenen Fällen nach, die nicht eingerückt seien, sagte Reist.

Wer dem Marschbefehl nicht Folge leistet, riskiert ein Verfahren vor der Militärjustiz. Bei vorsätzlicher Begehung drohen bis zu 18 Monate Gefängnis. Die Tatsache, dass es sich um einen Assistenzdienst und nicht um einen normalen Ausbildungsdienst handelt, dürfte sich allenfalls bei der Strafzumessung auswirken, wie Reist erklärte.

Keine unterirdischen Unterkünfte

Erst sei kurzem gibt es überhaupt wieder ein Mobilisierungssystem. Die Armeeangehörigen werden via SMS aufgeboten. Laut Reist haben rund 80 Prozent das Aufgebot innerhalb einer Stunde quittiert. Auch die App Alertswiss und die SRG-Medien sind in die Mobilisierung eingebunden

Bei ihrem Einsatz sind auch die Armeeangehörigen der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt. Laut Reist gibt es in der gesamten Armee aktuell zehn Fälle.

Schellenberg betonte, dass im Einsatz die Hygienevorschriften des Bundesamts für Gesundheit eingehalten würden. Im Moment würden die Unterkünfte daraufhin überprüft, ob die Vorschriften tatsächlich eingehalten werden könnten. Unterirdische Unterkünfte sollen möglichst vermieden werden, wie Schellenberg sagte.

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