Es ist schon lange nicht mehr, wie es war. Und jetzt, just zum 15. Geburtstag, wird es nochmals anders. Der einstige Schnabelbryys zieht um. Vom Restaurant Atlantis, wo alles begann, in die «Kunsthalle». Heissen tut der Schnitzelbank-Grand-Prix ohnehin seit Jahren Zyschtigsbryys, und eigentlich ist es egal, wo die Bänkler um die Wette singen. Hauptsache, sie singen am Fasnachts-Zyschtig – ganz im Sinne des Erfinders Marcel Ospel. Mit dessen UBS-Abgang änderten Team und Name – und das Preisgeld wurde zum Restaurant-Gutschein. Publikum und «-tis» aber blieben. 

Bloss: Warum wird das jetzt anders, wo das «-tis» doch superpraktisch ist? Dort wird auch an den traditionellen Schnitzelbank-Abenden am Montag und am Mittwoch gesungen, und das grosse Fernsehen filmt erst noch mit, um allenfalls eine Minute im «Querschnitt» zu senden. Der Grund ist bei der Philosophie zu suchen. Konkret: bei der Unternehmensphilosophie. Die neue Führung setzt auf Konzerte und Clubbetrieb. Die Gastronomie steht nicht mehr im Vordergrund.

Atlantis setzt auf junges Publikum

«Wir haben die neue Situation geprüft und sind zum Entscheid gekommen, dass das Atlantis nicht mehr der gewohnte Austragungsort sein kann», sagt Armin Faes vom OK Zyschtigsbryys. Auch, weil die «-tis»-Crew ein jüngeres und damit neues Publikum ansprechen wolle, der Zyschtigspryys aber seit seiner Gründung auf dasselbe, treue Publikum setze.

Dieses weiss noch nichts von seinem Glück, respektive von der Änderung, und auch die Schnitzelbänkler konnten sich noch nicht an den Gedanken gewöhnen, künftig im altehrwürdigen weissen Saal der «Kunsthalle» um die Wette singen zu dürfen. Denn singen allein, das können sie weiterhin auch im «-tis», wie Geschäftsführer Zeljko Mitic bestätigt. Auch den Zyschtigsbryys hätte man vor den grossen Änderungen nochmals beheimatet, doch dieser sei der ex «Atlantis»-Wirtin Claudia Danuser in die «Kunsthalle» gefolgt. Diese wiederum freut sich auf die Schnitzelbänke und das «tolle Publikum».

Traditionell und stilvoll soll es sein

Und das Publikum und die Schnitzelbänkler selber? «Es war toll im Atlantis, jetzt findet der Anlass halt in der Kunsthalle statt, jänu», sagt ein treuer Teilnehmer des Schnitzelbank-Grand-Prix auf Anfrage der bz. Ein Zuschauer reagiert ähnlich: «Die Kunsthalle ist ja nur ein Katzensprung vom Atlantis entfernt, und die Leute sind die gleichen.» Das Programm vor- und nachher kann also genauso gleich bleiben wie der Anlass selber. Die Organisatoren seien froh, dass sie den Zyschtigbryys in einem «traditionellen, stilvollen Lokal» durchzuführen könnten, sagt Armin Faes. Dies werden die Gäste bald in einem Brief zu lesen bekommen, in dem er über die Neuerungen informiert und unter anderem darauf hinweist, dass «sich auch preislich nichts ändert».

Derweil möchte das «Atlantis»-Team den Dienstagabend neu bespielen. Mitic verrät nicht, in welche Richtung es gehen soll, bestätigt aber, dass Verhandlungen am Laufen seien. «Wir wollen das Fasnachtsprogramm weiterentwickeln», sagt er. Auch hier setzte man auf ein jüngeres Publikum. Jeder, der wolle, könne sich Tickets für die Schnitzelbank-Abende kaufen. Beim Zyschtigsbryys war das anders: Da wurde bereits ein Jahr vorher, am Fasnachtsdienstag selber, für das kommende Jahr reserviert. Treues Publikum eben.