Basel Tourismus
Hotellerie und Gastro sind trotz «dramatischer Zahlen» zuversichtlich

Abgesagte Messen, Grenzschliessungen und Lockdown: Die Massnahmen gegen das Coronavirus trafen die Hotellerie und Gastronomie besonders stark. Dennoch sind Basel Tourismus und der Wirteverband gegenüber der Zukunft positiv eingestellt.

Elodie Kolb
Drucken
Teilen
Gastronomie und Hotellerie in Basel wurden stark von den Coronamassnahmen getroffen.

Gastronomie und Hotellerie in Basel wurden stark von den Coronamassnahmen getroffen.

Bild: Bilddatenbank BS/ Sabine Schneeberger

«Man muss nichts beschönigen, die Coronasituation trifft den Städtetourismus ganz besonders», sagt Carlo Conti, Präsident von Basel Tourismus an der Jahresmedienkonferenz am Mittwoch. Die Basler Hotellerie und Gastronomie sprechen von «dramatischen Zahlen».

Laut dem Statistischen Amt Basel wurden 2020 61.7 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr gebucht. Während des Lockdowns im Frühling war mindestens ein Drittel der Hotelbetriebe in Basel-Stadt geschlossen. Von den insgesamt 66 Betrieben, die im letzten Jahr mindestens einen Tag geöffnet waren, hatten Ende Dezember nur noch 37 offen. Über die Hälfte der Übernachtungen letztes Jahr fielen auf Gäste aus der Schweiz zurück. Dennoch sind die Übernachtungszahlen von Schweizern im Gegensatz zu 2019 um 44,6 Prozent gesunken. Die Buchungen aus dem Ausland nahmen gar um 70,4 Prozent ab.

Laut Basel Tourismus macht der Freizeit-Tourismus in Basel nur einen Drittel des Aufkommens aus. Ein Grossteil besteht aus Kongress- und Business-Touristen. Letzteres ist auch das, was der Organisation längerfristig Sorgen bereitet: Wegen Grenzschliessungen und des corona-bedingten Digitalisierungsschubs werden Meetings vermehrt über Videotelefonie abgehalten. «Wir glauben, dass sich das nachhaltig festsetzen und in der Tourismus-Branche Spuren hinterlassen wird», befürchtet Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus.

Tourismus wird sich grösstenteils erholen

Trotz dem düsteren Rückblick zeigt sich Egloff an der Konferenz zuversichtlich: «Wir erwarten, dass sich der Freizeit-Tourismus im Verlauf von 2021 teilweise erholt.» Er rechne damit, dass sich die Branche 2025 oder 2026 vollständig erholt hat. «Wir gehen davon aus, dass wir die touristische Infrastruktur ab Sommer wieder beleben können», sagt Conti. Für die zweite Hälfte dieses Jahres arbeite Basel Tourismus bereits am Marketing für diverse Messen und Grossveranstaltungen. Auch der Präsident vom Basler Hotelier-Verein, Raphael Wyniger, blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: «Basel ist und bleibt ein attraktiver Standort.»

Harte Zeit für Gastro kommt wohl erst noch

Auch die Gastronomie verbucht Rückschläge: «Wir schätzen die Umsatzeinbussen pro Lockdown-Monat in Basel auf 10 Millionen Franken», so Alexandre Kaden vom Vorstand des Basler Wirteverbands. «Eine Normalisierung ist noch lange nicht in Sicht.» Wie er an der Medienkonferenz sagt, glaubt er, dass die Monate nach dem Lockdown für die Gastronomie hart werden, da dann die finanzielle Unterstützung von Bund und Kanton wegfalle.

«Und es gibt viele Betriebe, die haben jetzt schon ihre Reserven aufgebraucht oder sich verschuldet.»

Aber: «Wir sehen auch, dass die Gastronomie kämpft und bestrebt ist, zu überleben», so Kaden. Er sei hoffnungsvoll, denn die Branche spüre, dass die Gäste einen Nachholbedarf nach Restaurants haben. «Sobald es die Umstände wieder erlauben, werden wir mit Leidenschaft wieder tätig sein.»