Baselbieter Strafgericht

42-Jähriger hatte Sex mit 14-Jährigem: Täter wird verurteilt und muss Land verlassen

Der 42-Jährige wird vom Strafgericht für Sex mit Minderjährigen verurteilt. (Symbolbild)

Der 42-Jährige wird vom Strafgericht für Sex mit Minderjährigen verurteilt. (Symbolbild)

Das Baselbieter Strafgericht urteilt in einem Fall, der zusammen mit anderen vor drei Jahren für Aufsehen sorgte. Ein 42-Jähriger nutzte ein Dating-Portal um sich mit 14-Jährigen zum Sex zu verabreden. Nun wurde er verurteilt, was zu einem Landesverweis führt.

Wie bei allen Dating-Portalen wurden auch beim seit Februar 2020 inaktiven purplemoon.ch die Kontaktmöglichkeiten für Treffen mit Minderjährigen genutzt, und mehrere Sex-Dates aus dem Jahr 2017 beschäftigen noch immer die Strafgerichte. So wurde am Donnerstag ein heute 42-jähriger Mann vom Baselbieter Strafgericht in Muttenz wegen sexueller Handlungen mit Kindern zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 19 Monaten verurteilt. Dazu kam eine Geldstrafe wegen weiterer Delikte, darunter Besitz von Kinderpornografie.

Der Mann hatte sich im Februar 2017 zweimal zu Sex in seinem Auto auf einem Kiesplatz im Oberbaselbiet mit einem 14-Jährigen verabredet. Später kam es zu weiteren Treffen mit einem anderen 14-Jährigen im Kanton Bern. Der 42-Jährige brachte zum Sextreffen im Baselbiet auch sogenannte «Poppers» mit, sie wirken kurzfristig aphrodisierend und vor allem schmerzhemmend. Verboten ist die Verwendung zwar nicht, der 42-Jährige kassierte deswegen aber eine Verurteilung wegen des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder.

Keine Anzeichen eines Problembewusstseins oder von Reue

Verteidigerin Sonja Ryf argumentierte vergeblich, die Strafnorm richte sich eigentlich gegen die Verabreichung von Alkohol. Sie hatte diverse Freisprüche verlangt, insbesondere argumentierte sie mit einer hängigen Revision des Sexualstrafrechts, wonach besonders leichte Fälle milder zu bestrafen seien. Auch hätten die vorläufige Festnahme, zwei Hausdurchsuchungen sowie die lange Verfahrensdauer einen grossen Eindruck bei ihrem Klienten hinterlassen.

Der Eindruck des Dreiergerichtes war allerdings ein anderer: Gerichtspräsident Daniel Schmid sagte in der Urteilsbegründung, beim 42-Jährigen seien keine Anzeichen eines Problembewusstseins oder gar Reue zu erkennen. Das Gericht verhängte eine bedingte Freiheitsstrafe von 19 Monaten und verlängerte die Probezeit auf drei Jahre. Staatsanwältin Silvia Schweizer hatte eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten verlangt. Aufgrund der Fotos sei völlig klar, dass das Opfer damals noch nicht 16 Jahre alt gewesen sei.

Am härtesten dürfte der Mann vom Landesverweis getroffen werden: Zwar lebt er bereits 16 Jahre in der Schweiz, er sei aber hier nicht verwurzelt und habe auch beruflich keine stabile Situation. Die Härtefallregelung sei restriktiv anzuwenden und greife hier nicht, sagte Schmid. Damit muss der Mann aus Tschechien die Schweiz verlassen, das Gericht setzte die Dauer des Landesverweises auf fünf Jahre fest. Das gesamte Urteil kann er noch weiterziehen.

Zwei Verurteilte zahlen Schadenersatz

Der damals 14-Jährige aus dem Oberbaselbiet hatte sich mit mehreren Männern zu ungeschütztem Sex auf jenem Kiesplatz verabredet, darunter ein 45-jähriger Mitarbeiter der Nachrichtendienst-Fachgruppe der Basler Staatsanwaltschaft. Der Mann wurde vom Baselbieter Strafgericht im Juni 2018 deshalb zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt (die bz berichtete).

Mindestens zwei Verurteilte zahlen an die Familie des Opfers monatlich 300 Franken Schadenersatz, die Gesamtsumme ist nicht bekannt. Die Spuren führten unter anderem auch zu einem in Deutschland wohnhaften Mann, der sich wohl dem Verfahren in der Schweiz nicht stellen wird. Damit die deutschen Strafverfolger in dem Fall aktiv werden, müsste der Sachverhalt auch in Deutschland strafbar sein: Die Mündigkeit in Bezug auf sexuelle Selbstbestimmung wird dort anders eingeschätzt, das sogenannte Schutzalter liegt in Deutschland bei 14 Jahren.

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