Meteo Schweiz prognostiziert für Liestal kaum noch Schneefälle und einen zumindest teilweise sonnigen Sonntag mit Plustemperaturen und geringer Wahrscheinlichkeit von Windböen.

Fast 300 Chienbäse gefertigt

Damit sind die wichtigsten Risikofaktoren, die vor allem den Einsatz der Feuerwagen gefährden könnten, praktisch ausgeschlossen. Zu diesen Faktoren gehören Sturmböen, die die Brandgefahr erhöhen oder kräftige Minustemperaturen, die einen allfälligen Löscheinsatz bei einem Feuerwagen erschweren, wenn nicht verunmöglichen würden. Letztmals wurden die Feuerwagen im Jahr 2006 aus dem Stedtli verbannt. Die Verantwortlichen befürchteten damals nach vorangehenden heftigen Schneefällen, dass die Hitze, die von den Feuerwagen ausgeht, Dachlawinen auslösen könnte.

Und auch das zentrale Element ist gerüstet: das Holz, das die Bürgergemeinde Liestal jeweils unentgeltlich zur Verfügung stellt. Der Präsident des Fasnachtskomitees, Ruedi Schafroth, sagt, dass in den letzten zwei Wochen an vier Abenden fast 300 Chienbäse gefertigt worden seien. Und die gemäss Fasnachtsverordnung maximal zulässigen 17 Feuerwagen haben ihren ersten Test bestanden und werden morgen beladen; unmittelbar vor dem Umzug werden sie dann nochmals überprüft. 

Während die ausschliesslich aus Föhrenholz zubereiten Chienbäse vom Volumen her im Idealfall den physischen Möglichkeiten des Trägers angepasst sind – Schafroth beziffert das Durchschnittsgewicht eines Chienbäse auf 25 bis 30 Kilogramm, wobei «Spinner» das doppelte oder mehr trügen –, existieren bei den Feuerwagen genaue Vorschriften. So dürfen höchstens drei Wagen mit der Maximallast von acht Ster Holz ausgestattet sein, eine Menge notabene, mit der ein Winter lang ein Einfamilienhaus beheizt werden kann. Ein solcher Wagen wiege etwa sieben Tonnen, sagt Schafroth. 

Der Präsident des Fasnachtskomitees rät dem Publikum dringend: «Am besten trägt man eine alte, währschafte Lederjacke, keinesfalls aber Nylon-Jacken, weil die Funken Löcher hineinbrennen. Und Kleinkinder und Hunde haben am Umzug nichts verloren.» Kinder sollen auch nicht auf die Schultern gesetzt werden, weil dort die Hitze noch grösser sei. 

«Immer ein Kribbeln»

Ruedi Schafroth selbst sieht nicht allzu viel vom Umzug: Er ist zusammen mit den Leitern von Feuerwehr, Polizei und Sanität am Ort des Abmarschs auf der Burg positioniert. Und er, der mit dem Feuerwehrkommandanten zusammen die Verantwortung trägt, fügt bei: «Ich habe immer ein bisschen ein Kribbeln vor dem Chienbäse-Umzug und bin froh, wenn alles gut vorüber gegangen ist.»