Baselland

Ärger und Verständnis wegen Verkehrschaos im Laufental

Die häufigen Sperrungen am Eggfluetunnel sind für viele Autolenker ein Ärgernis  Kenneth Nars

Die häufigen Sperrungen am Eggfluetunnel sind für viele Autolenker ein Ärgernis Kenneth Nars

Jeden Abend das Gleiche: Stau zwischen Grellingen und Laufen, unter anderem wegen der häufigen Sperrungen am Eggfluetunnel. Diese führen dazu, dass der Verkehr durch Grellingen rollt. Die Grellinger sind verärgert, zeigen aber auch Versändnis.

Wer in diesen Tagen zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Laufen und Aesch Auto fährt, muss vor allem eines haben – Geduld. So bildet sich täglich zwischen Zwingen und Grellingen ein Rückstau von mehreren Kilometer Länge.

Hauptgrund dafür ist die Ampelanlage an der Kantonsstrasse in Zwingen. Zusätzlich behindern die laufenden Bauarbeiten an dieser Stelle den Verkehrsabfluss. Vorgesehen ist ein Kreisel, der die Ampelanlage ersetzen soll.

Verständnis – und Hoffnung

Etwas unglücklich ist es schon: Ein Projekt, das einst den Stau vermindern soll, führt aktuell zu noch grösseren Problemen. «Geplant ist, dass der Kreisel Mitte 2013 fertig ist», erklärt Heiner Studer, Bauverwalter von Zwingen und Dittingen.

In Zwingen zeige man Verständnis für diese Bauarbeiten und habe gleichzeitig starke Hoffnung. «Mit dem Kreisel soll alles besser werden», betont Studer. Denn es gebe viele Leute, die mit der aktuellen Lage Mühe hätten. Auch der Bauverwalter selbst ist vom Verkehrschaos betroffen: «Wenn ich beruflich mit dem Auto unterwegs bin, achte ich schon darauf, wann genau ich fahre.»

Sperrungen stören zusätzlich

Die ständigen Sperrungen am Eggfluetunnel sind ein weiteres Ärgernis im Laufental (siehe Kasten). Am meisten darunter leiden muss die Gemeinde Grellingen. Denn wenn der Tunnel gesperrt wird, muss der Verkehr durch das Dorf fahren. «Klar ist es unangenehm und auch gefährlicher, wenn der Verkehr durch das Dorf geleitet wird. Jedoch ist dies in den meisten Fällen nicht zu verhindern», sagt Marlies Feller, Grellinger Gemeinderätin und zuständig für die öffentliche Sicherheit. Sie gibt jedoch zu bedenken, dass es begrüssenswert sei, wenn die Sicherheit des Tunnels erhöht werde.

Die Grellinger Bevölkerung zeigt sich verärgert und verständnisvoll zugleich. «Als der Tunnel über längere Zeit gesperrt war, hatte ich natürlich keine Freude. Doch wenn dadurch die Sicherheit erhöht wird, muss man dies eben in Kauf nehmen», sagt etwa Urs Grolimund. Doris Götte ist ähnlicher Meinung: «Ich kann verstehen, dass der Tunnel gesperrt werden muss.» Weniger Verständnis hat Irène Hänggi: «Der Tunnel ist ja noch gar nicht alt, er ist aber ständig zu.» Sie denkt vor allem an die Kinder. Es sei gefährlich, wenn auf einmal mehr Verkehr durch das Dorf komme.

Thüring fordert Viertelstundentakt

Noch schlimmer sieht es SVP-Landrat Georges Thüring. «Dieser tägliche Stau ist eine Katastrophe für die Lebensqualität des Laufentals.» Für ihn drängt sich vor allem eine Lösung auf: Der Verkehr würde entlastet, wenn man den Viertelstundentakt von Basel nach Laufen realisieren könnte, ist sich Thüring sicher.

Ins selbe Horn stösst Brigitte Bos, Stadtpräsidentin von Laufen: «Wir wissen, dass der Verkehr stetig zunimmt und wir ihn nicht wegzaubern können. Deshalb müssen wir uns bemühen, dass auf den Strassen und beim öffentlichen Verkehr Fortschritte gemacht werden.»

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