Autobahnanschluss

Aesch feiert das Ende der Staus

Schluss mit Stau: Aesch erhält einen «vollen» Anschluss an die Autobahn. (Symbolbild)

Schluss mit Stau: Aesch erhält einen «vollen» Anschluss an die Autobahn. (Symbolbild)

Nach vierzig Jahren Wartezeit erhält Aesch einen «vollen» Autobahnanschluss. Die Frage nach dem Anschluss Dornach bleibt derzeit umstritten.

Die Stimmung im Festzelt und an den Schaufeln beim Spatenstich hätte nicht besser sein können. Aesch erhält endlich einen Vollanschluss an die Autobahn A 18 – nach 40 Jahren Wartezeit. Der bisherige Anschluss in Aeschs Norden verfügte «nur» über eine Aus- und Einfahrt für jene Autofahrer, die von Basel kommen, respektive in Richtung Basel unterwegs sind. Künftig ist beides auch in Richtung Laufen möglich. Aus dem «halben» Anschluss wird so ein «voller».

56 Millionen Franken kostet das Projekt; 20 Millionen und damit das maximal Mögliche übernimmt der Bund. Über einen tiefer gesetzten Grosskreisel verlaufen die Ein- und Ausfahrtsrampen. Der bisherige Strassenverlauf der A 18 wird auf eine Brücke angehoben und verläuft oberhalb des Kreisels.
Der Vollanschluss soll 2023 in Betrieb genommen werden. Dieser sei ein zentraler Baustein des übergeordneten Strassennetzes des Kantons Baselland, unterstrich Baudirektor Isaac Reber (Grüne).

Nicht nur Aesch, sondern das ganze Birseck werde entlastet. Er habe vor 14 Jahren selber die Stellungnahme der Grünen im Landrat geschrieben, als der Vollanschluss in den kantonalen Richtplan aufgenommen wurde, erinnerte er sich. Selbst die Grünen haben das Strassenprojekt unterstützt.
Über den Vollanschluss würden bedeutende Entwicklungsgebiete wie das Kägen in Reinach, Aesch Nord und Widen in Dornach erschlossen. «Die Dynamik im Bereich Arbeiten und Wohnen im Birseck wollen wir aufrecht erhalten», sagte Reber. Der Vollanschluss komme aber nicht nur Autofahrern, sondern auch Fussgängern und Velofahrern zugute. Reber stellte klar, dass alle Verkehrsträger gefördert werden. «Wir setzen uns vehement für den Viertelstundentakt auf der S-Bahn nach Aesch ein.» Sein Masterplan
Veloschnellrouten bringt auch im Birseck Verbesserungen.

Aeschs Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger (FDP) war die Euphorie anzumerken. «40 Jahre lang haben wir auf den Vollanschluss gewartet.» Bevölkerung, Detaillisten, Gewerbler und Pendler profitierten. «Wir erhalten kurze Wege direkt auf die Autobahn. Fertig Stau jeden Morgen und Abend.» Reber, Hollinger und Kantonsingenieur Drangu Sehu betonten allesamt, dass der Vollanschluss Aesch nicht isoliert betrachtet werden dürfe. Dazu kommen der Knotenpunkt Angenstein, der Anschluss von Dornach über die Birs an den Vollanschluss sowie der Zubringer Pfeffingerring. Letzterer wird 2020 eröffnet und soll das Gewerbegebiet Aesch Nord besser an die A 18 anbinden.

Gefährlicher Knoten Angenstein

Beim Knoten Angenstein geht ein klassisches Hochleistungssystem in ein Kantonsstrassennetz über, erklärte Drangu Sehu. «Es bestehen viele Anschlussbeziehungen. Wir wollen dort den Verkehrsfluss und die Sicherheit erhöhen.» Aufgrund der vielen Linksabbieger laufe der Knoten nicht optimal, es komme immer wieder zu gefährlichen Situationen.

Beim Anschluss nach Dornach gibt es noch Unstimmigkeiten. Das Vorprojekt sieht eine Brücke über die Birs auf Höhe des Vollanschlusses vor. Dagegen wehrt sich der Dornacher Gemeinderat, weil damit das Entwicklungsgebiet Widen zerschnitten und Natur- und Erholungsraum an der Birs tangiert würden. Eine Variante rund 100 Meter weiter nördlich scheiterte am Widerstand von Aescher Landeigentümern.
Aktuell diskutieren Aesch und Dornach über eine Variante südlich des Vollanschlusses auf Höhe des Tenniscenters an der Birs. «Wenn man eine Erschliessung will, braucht es eine Strasse», machte Hollinger klar und meinte in Richtung Dornach: «Alle müssen Kompromisse eingehen. Man kann nicht den Batzen und das Weggli haben.»

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