Herrenfasnacht

Aesch sticht durch und tickt anders: Das waren die Sujets in Aesch

Der Durchstich beim A18-Zugringer und Fehler bei Zeit und Daten waren die vorherrschenden lokalen Themen beim Aescher Fasnachtsumzug.

Wer abends nach Aesch fährt, sieht beim Ende des A18-Zubringers Licht am Ende der Baustelle durchscheinen. In etwa eineinhalb Jahren soll dort der Verkehr Richtung Ettingen durchrollen und die Einfahrt ins Dorf entlasten. «Mir stäche duure» war deshalb das Sujet des Umzugs mit 46 Einheiten.

Zum Thema dichtet die Wildi Blotere:

Mir stäche dure, vo Aesch bis zu de Buure.

4 Johr sölls duure, mir sind jetzt scho uf dr Schnuure.

Mit der Zeit war es in Aesch zuletzt eine Sache. Einmal ging die Kirchenuhr nicht richtig, und dann gab es aufgrund eines Fehlers im Kalender gleich zweimal Fasnacht und Weihnachten. Deswegen gab es schon zuvor einen (kleineren) Umzug am «falschen» Datum.

Daran hatte aber niemand etwas auszusetzen. Die Chlusbachwaggis kamen mit einem Uhrenwagen und dichteten:

Will d Aescher Uure anderscht tigge, tuät zweimol Fasnacht dinne ligge.

D Märtgumsle war mit ihrem Wagen «Dr‘ Zyt vorus»:

Öpper het sich do ziemlich im Datum verhaue.

Uf dr Gmeindkaländer chasch net würklich vertraue.

Aber eins isch super, mir finde das glatt.

D Fasnacht findet das Johr 2x statt.

Aescher Skyline auf dem Wagen

Die Chatzebuggler nahmen das Restaurant Schlössli als Thema auf, das etwas öfters wiedereröffnete und schloss:

S‘Ässä wär jo guet und rächt,

abr vo däm uf und zue, do wird uns schlächt.

Dr Wirt duet im Koch ans Schinbei seiche,

dä verreist und dr Kanton seit «Du machsch zue du Weiche!»

Ein Loblied auf das Aescher Gewerbe und die Vereine gab es von Die Beschränkte, welche die Skyline des Aescher Dorfzentrums mit Logos auf den Wagen zauberten:

Achtung, hier kommt die Feuerwehr!

Z‘biete het Aesch abr no vill mehr!

Mit all sine Verein und Kultur,

verspühre mir nume eins, Stolz pur!

Weniger Lob gab es von d’Klullis, denn ihnen stank es nach den gesprengten Robidog-Kästen – in entsprechend grünem Wagen kamen sie zum Umzug.

 Auch der FC Basel durfte nicht fehlen. Die wilde Chaote kamen mit einem FCB-Torwandschiessen im Inderkostüm zum Umzug und liessen die Besucher schiessen.

 Eine Clique trug sich gleich selbst zu Grabe

Der Doppeladler-Jubel bei der Fussball-WM war ebenfalls dabei. S'Gsindel fuhr mit ihrem Adlerhorst, ein Alphüttli mit albanischer Flagge, den bekannten Jubelfotos und einigen Sprüchen heran wie: Mir freue uns über Schwizer Töpf und närfe uns nid über Adler mit zwei Chöpf. Die Räppli-Speutzer nahmen mit der «Sportsbar zum Adler» teil.

Genfer Flaggen und eine Stangentänzerin? Das war der Wagen «Spesepuff in Gänf» von Die Arrogante, welche Steuergelder in Form von kleinen Hunderternoten verteilen. Dagegen setzten Die Andärä auf ein Luftschloss in knuddligen Teddybären-Kostümen.

Etwas über die Grenze hinaus gingen die Ratzeputzer. Als französische Gelbwesten wollen sie den Bundesrat stürzen. Ihre Binggis standen mit einem Feuerwehrwagen bereit. International auch die Rahmligge in einem kleinen Mauerwagen mit Donald Trump drinnen und einem Mexikaner im Sombrero draussen.

D’Fluhstroosgorbser und d’Sytestächer mit dem Sujet «Ooni Handy bisch am Ändy» mit Versen wie diesen nahmen sich dem Handy- und Internetwahn an:

In Aesch entglaisy schyynts grad e Dram,

Scho bin ych «LIVE» drby uff Instagram!

S kunnt uf YouTube, Snapchat und au Twitter,

WhatsAppMäldige haaglets wie e Gwitter,

Ych dails uff Facebook und schryyb wie gsteert,

und ha drum s Drämmli denn nit gheert…

Die altehrwürdige Wagenclique Löhrenagger-Hagger hatte nach 45 Jahren ihren letzten Auftritt als Bestatter und trug sich gleich selbst zu Grabe. Das 40-Jahre-Jubiläum feierten die Pfeffinger Guggenmusiker der Plfuumä-Pfupfer mit verschiedenen Kostümen aus den Jahren.

D’Schlitzohre aus Dornach sind seit 30 Jahren dabei mit einem Wagen voller Weinfässer (Jahrgang 1989), während die Staiwaggis ihr 20-Jähriges feierten. Die Lawändelfplügger kamen mit dem Motto «15 Joore e Stück vom Kueche» in einer grossen Torte herangebraust, die Fassbar Waggis zum 5-Jährigen mit einem grossen Fass.

Ab Abend ging dann ein weiteres Jubiläum weiter: jenes des Schnitzelbänklers Hanspeter Hauser alias Schnupfnaase, der schon seit 50 Jahren mit seinen Reimen durch die Aescher Beizen zieht.

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