Der Dorfhistoriker und neue Ehrenbürger Max Werdenberg erlebte am Schwellemer Fasnachtsumzug eine schöne Überraschung. Weil er nicht Auto fährt, stellten die Dorflüss einen «Eerebürger-Express» für ihn bereit, schön ausgestattet mit Polstersessel und Sonnensegel. Damit könne Werdenberg seine vielen repräsentativen Pflichten an den verschiedenen Anlässen wahrnehmen, betonten die Dorflüss und wünschten ihm ein langes Leben:

D’Dorflüss bätte zum Herrgott in grosser Noot
Vom Morge frie bis z’Obe spoot
Los d’Sunne schiine, mach Friide uf Ärde
Und los dr Max 100 Joor alt wärde

In Anspielung auf die Sparmassnahmen bei der Gemeinde fuhren Die Privilegierte Schwellemer mit einem grossen Sparschwein auf – inklusive eines Fünflibers, der halb aus dem Schlitz hervorguckte. Besonders sauer aufgestossen ist vielen Fasnächtlern, dass die Gemeinde den Vereinen neue Gebühren aufbrummen wollte. So meinten etwa die Dahlischnägge:

Sparwille isch so e Wort, guet und rächt
aber bi gwüssse Vorhabe wird uns schlächt
händ die uf dr Gmeind s Mass verlore
und händ für s’zahlende Volk keini Ohre?
«Allschwil goht dr Bach ab», riefen die Dorfrunzlä, die auf ihrem Piratenschiff bereits die Segel gehisst und ihre Schwimmhilfen montiert hatten:

Mir findä das au sehr gemein!
Jetzt sollä si zahle, d’Allschwiler Verein!
Für d’Förderig vo Kunscht und Sport.
Das isch doch eifach nummä Mord!
Dangg dr Allschwiler Fasnacht und uns Matrosä
göhn diä Gebühre jetzt in d’Hosä

Unter dem Motto «Meuterei – Geldklauerei» wetterten die Herregässler von ihrem Piratenschiff aus:

Für alles muesch bläche,
siggs für die chleinschti Pfiffe
Jo sogar d Verein in Allschwil
mien tiefer in d Täsche griffe

Den Rätschbäse-Waggis sind verschiedene Sachen im Dorf negativ aufgefallen, etwa auch die SVP:

Dä Familie Klauser Privatchrüzzug
schicksch dere AVP iigschribe zrugg.
«Läck mer Allschwil», um das Gschrei
vo dere Alternativilose Versplitterigs Partei

Fast 90 Formationen waren dabei

Die Rätschbäse-Waggis empfahlen aber dem Publikum, sich nicht zu stark aufzuregen, dafür eine Therapie unter dem Motto «Läck mer Allschwil» zu machen – bei der neuen Sonderbriefmarke gebe es ja viel zu schlecken.
Auch die Schwellemer Holzhacker zeigten eine Hommage an die Briefmarke: Sie wandelten ihren Wagen zu einem Postbüro um und trugen Poststempel auf ihren Köpfen. Und sie dichteten:

D Briefmarke zeigts Dorf in voller Pracht,
schad nur het meh d’Dorfchirche nit druf gmacht

Viel Aufregung herrschte bei den Lindebaumpirate. Sie wollten mit ihrem Znüni-Bus vom Elsass nach Schwellheim kommen, um Verpflegung für die Bauarbeiter auf der Baslerstrasse zu liefern. Doch wegen der vielen Einbahnen, Sperrungen, Kreisel und Umleitungen sind sie nie am Ziel angekommen.

Die Chruutagger Clique ärgerte sich darüber, dass die Wildviertel-Clique an den Anlässen seit sieben Jahren warmes Bier serviert.

Holsch zerscht e Bon und stohsch denn a
Noch 10 Minute chunsch den ändlich dra
e «chiele Wysse» und «drei chalti Fläsche»
Nimsch die Bstellig mit und hesch vier Wärmefläsche

«Mir sin nach 70 Joor no do», jubelte ihrerseits die Wildviertel-Clique (WVC) und fuhr einen Grabstein spazieren mit diversen Dingen, die seither verschwunden sind. Mit ihrem Zeedel drückte die WVC auf die Tränendrüsen:

Mir luege zrugg in ä witeri Runde
Prominänti Verein sin au verschwunde
Dr Schyclub fahrt keini Renne meh
Uf em Rinderbärg hets zwar no Schnee
Und d’Jodler, wär hät das au dängt
Hän alli dr Mutz an Nagel ghängt
Nach 170 Joor, das isch wohr
Het sich ufglöst der Männerchor
Und dr Frohsinn muess in stillem Gedänge
D’Vereinsfahne ins Museum hänge

Fast 90 Formationen machten beim Fasnachtsumzug mit – darunter viele Guggen, Cliquen, Buebezigli und eine Chaise. Und es gab es etliche Jubiläen zu feiern: Die Cleff Waggis begingen den 10. Geburtstag. «Hängehode, Glatze und graui Hoor, stell dr vor, uns gits sit 15 Joor!», hiess es bei den 68er-Chepf Schwellheim. S’Spaarhäfeli bejubelte das 20-Jahr-Jubiläum, und die Rue du Boeuf-Rueche freuten sich über «35 Johr Kunscht am Wagä».

Als Bauarbeiter mit gelben Helmen nahmen Die Namälose die vielen Baustellen aufs Korn, und ihre Binggis zogen ein «Baustelle-Dschungel-Bähnli» durchs Dorf. Als Baustelle kam er auch der Wagen daher, auf dem die Robi-Runzle sich im Räppliwerfen übten und dabei klagten, wegen Baustellen und Umleitungen seien sie fast zu spät an die Fasnacht gekommen.
Die Gränzwaggis widmeten sich dem «Roemisloch Bricht – e Deponie isch nit ganz dicht» und drechselten Verse über das vergiftete Wasser:

Im Dorf hän mir den dr Birbaum Schanggi troffe
und froge ihn, hesch au scho vo däm farbige Wasser gsoffe?
Ar flüschteret: «Ich due euch das jetzt im Gheime sage,
nur wäge däm Wasser hän mini Würscht an dr Prämierig alli andere gschlage.»