Parteigründung

Allschwil hat jetzt eine eigene Volkspartei — und die SVP-Fraktion zwei Landräte weniger

Keine Einigung zwischen den Allschwiler Landratsmitglieder Uccella und Klauser und der SVP-Fraktion. Jetzt erhält Allschwil eine neue Partei: die Allschwiler Volkspartei (AVP).

Die beiden Landräte Pascale Uccella und ihr Vater Roman Klauser ziehen die Konsequenzen aus dem Rausschmiss aus der SVP Allschwil und dem daraus folgenden Ausschluss aus der SVP-Fraktion des Landrats. Sie gründen eine neue Partei, die Allschwiler Volkspartei (AVP). Hintergrund ist der Streit um die Mandatsabgaben an die Ortssektion. «Wir haben beschlossen, dass wir nicht mehr mit der SVP zusammen politisieren wollen», sagt Uccella am Mittwochabend zur bz.

Vater und Tochter haben das Angebot abgelehnt, als Parteilose in der SVP-Fraktion zu bleiben, weil das an die Bedingung geknüpft worden sei, nicht an den Landratswahlen vom 31. März 2019 teilzunehmen. Doch genau das will die AVP tun. «Natürlich treten wir beide für den Landrat an, jetzt halt als Kleinstpartei», sagt Uccella. Laut ihren Angaben hat die neue Formation bereits 20 Mitglieder, die Siebnerliste für die Landratswahl sei voll.

AVP will einen Landratssitz

Uccella macht sich Hoffnungen, zumindest einen der beiden Landratssitze zu verteidigen. «Die Chance ist nicht so klein», findet sie. Denn die SVP habe «unter der ganzen Geschichte der vergangenen Wochen» sicher gelitten. Wenn sie im Dorf herumlaufe, höre sie immer wieder: «Ihr dürft nicht aufgeben, macht weiter!»

Wie es nach den Landratswahlen weiter gehen könnte, lässt sie offen: «Darüber habe ich mir ehrlich noch keine Gedanken gemacht.» Vielleicht werde die AVP ja von einer anderen Fraktion angefragt. Auch eine Versöhnung mit ihren ehemaligen Kollegen der SVP-Fraktion schliesst sie nicht aus. «Man soll nie nie sagen», sagt sie – und lacht. Schliesslich sei das Gedankengut immer noch dasselbe. «Wir sind sicher nicht Abtrünnige wie damals die BDP.» Am liebsten wäre ihr, eine zweite SVP-Sektion in Allschwil zu gründen. «Aber das geht natürlich nicht.»

Nimmt man die Reaktion von SVP-Präsident Oskar Kämpfer als Gradmesser, so dürfte die Spaltung permanent sein. «Irgendwo hat auch unsere Toleranz Grenzen», sagt er. Noch bis am Mittwoch Nachmittag sei die Türe für Klauser und Uccella offen gestanden, in die Fraktion zurückzukehren, doch «ihre Forderungen waren unverhältnismässig». Kämpfer bemängelt fehlenden Respekt vor den Parteistatuten. Es sei schliesslich glasklar geregelt, dass Leute, die nicht von der offiziellen SVP-Ortssektion nominiert werden, nicht auf eine Landratsliste gesetzt werden können. Doch genau das hätten die beiden bis zuletzt gefordert.

Klauser verliert Fiko-Präsidium

Unverständnis ernten sie auch für die Forderung, dass Klauser weiter Präsident der Finanzkommission (Fiko) bleibt. «Das war nicht bloss für die Fraktion, sondern für die ganze Partei ausgeschlossen», sagt Kämpfer. Immerhin sei es beim Konflikt um finanzielle Aspekte gegangen, das vertrage sich kaum mit dem verantwortungsvollen Fiko-Präsidium. Nur normales Mitglied hätte Klauser bleiben dürfen, was dieser aber ausschlug. Kämpfers Prognose ist klar: «2019 wird die SVP in Allschwil einen Landratssitz verteidigen. Roman Klauser und Pascale Uccella werden ihre Mandate verlieren.» Der AVP werde es ergehen wie den meisten Kleinstparteien, sagt Kämpfer, wohl in Anspielung an die Grünen-Unabhängigen, die 2019 nicht mehr zu den Wahlen antreten.

Vorerst aber wollen Uccella und Klauser heute vor der Landrassitzung Dokumente zeigen, die darlegen, welche «Ungerechtigkeiten» zwischen den beiden und der SVP abgelaufen seien. «Wir wollen nicht der SVP schaden. Aber einige Sachen gehen einfach nicht.

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