Bestattungen

Allschwil sagt Ja zu Baumbestattungen: Friedhof wird zum Friedpark

Der Sarg kommt aus der Mode. Immer stärker nachgefragt ist hingegen das Baumgrab – in Allschwil reagiert man auf den Trend.

Der Sarg kommt aus der Mode. Immer stärker nachgefragt ist hingegen das Baumgrab – in Allschwil reagiert man auf den Trend.

Auf dem Allschwiler Friedhof stehen bald 200 Bäume, die für Bestattungen genutzt werden können. Das Gemeindeparlament hat die für die Baumgräber notwendigen Reglementsänderungen abgenickt – ohne eine Gegenstimme.

Allschwil erhält Baumgräber. Der Friedhof kann umgestaltet werden. Der Einwohnerrat hat an seiner Sitzung vom Mittwochabend das revidierte Friedhofs- und Bestattungsreglement ohne Gegenstimme in zweiter Lesung genehmigt. Auf dem Friedhof sollen bei rund 200 Bäumen Bestattungen möglich sein. Die Bäume werden in zwei Alleen angeordnet. Es sind auch Familien und Generationenbäume vorgesehen.

Hintergrund für das neue Angebot ist, dass es ohne Massnahmen auf dem Allschwiler Friedhof ganz im Westen der Gemeinde an der Grenze zu Frankreich wohl bald zuviel Platz gegeben hätte. Die Zahl der klassischen Erdbestattungen geht in der Schweiz zurück. Vor allem der Sarg wird immer weniger nachgefragt. Darum sind die traditionellen Reihengräber mit Grabstein nicht mehr so stark gefragt.

Bei den Baumgräbern in Allschwil handelt es sich um Urnengräber. Die Urnen werden kreisförmig um den Stamm herum vergraben. Mittels Nummern, die am Stamm befestigt werden, können die Gräber von Beigesetzten aufgefunden werden. An zentralen Stellen sind Verzeichnisse vorgesehen.

Da die Urnen biologisch abbaubar sind, ist nach Ende der Belegungszeit eine Grabaufhebung nicht mehr notwendig. Traditionelle Einzel-Reihengräber werden in der Regel nach einem bestimmten Zeitraum aufgelöst. Das führt immer wieder zu Konflikten, weil Angehörige nicht rechtzeitig über eine Aufhebung informiert werden können.

Mit den neuen Waldgräbern können in Allschwil insgesamt rund 2400 Personen bestattet werden. Pro Jahr werden auf dem Friedhof gegen 200 Beisetzungen durchgeführt.
In Basel sehr beliebt

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Allschwil ist, neben Gelterkinden, eine von zwei Baselbieter Pioniergemeinden, die bald Baumbestattungen ermöglichen. Auf dem Basler Friedhof Hörnli gibt es seit 2012 vergleichbare Angebote, so den Weissen Garten, bei dem die Asche von Kremierten direkt in die Erde gegeben wird, sowie Wiesengräber.

Laut Anja Bandi, Leiterin Friedhöfe Basel, werden bei den Wiesengräbern jährlich rund 130 bis 140 Bestattungen durchgeführt. Beim Weissen Garten habe es zu Beginn eine grosses Interesse gegeben, das sei jedoch etwas abgeflacht.

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