Sie ist wieder zurück – die Schweizerfahne am Schleifenberg. Jahrelang hatte das Stück Stoff am Liestaler Hausberg gehangen, aber nicht legal. Weil die Fahne am Fels ohne Bewilligung angebracht worden war, liess sie die Stadt Liestal vergangene Woche entfernen, nach sechs Jahren.

Doch der Fels blieb nur eine Woche lang fahnenlos, denn seit Sonntagmorgen prangt an derselben Stelle wieder eine Flagge von der Fluh, wie «20 Minuten» berichtete.

Ursprünglich war sie ein 1.-August-Accessoir

Die alte Fahne wurde ursprünglich 2013 an der Weissen Fluh angebracht, anlässlich einer 1.-August-Feier. Danach wurde sie hängengelassen. Jahrelang störte sich niemand am weissen Kreuz auf rotem Grund, dass von weitherum zu sehen war. Dann jedoch erkundigte sich die Nachrichtenagentur SDA bei den Behörden, was es mit der Fahne auf sich habe. Und da kam heraus, dass das patriotische Schmuckstück zu Unrecht am Berg hing.

Die rund zwei mal zwei Meter grosse Fahne befindet sich auf Boden der Bürgergemeinde Liestal. Die Weisse Fluh liegt im Landschaftsgebiet und ist gemäss kommunalem Zonenplan seit 1995 Waldareal und Naturschutzgebiet. Zudem ist sie laut kommunalem Landschaftsentwicklungskonzept (LEK) ein Schnecken-Standort.

Das kantonale Reptilieninventar weist überdies für die Fluh einen «hohen» Wert aus. Rechtlich sei die Flagge eine temporäre Reklame, teilte die Stadt Liestal mit; solche seien aber gemäss Reklamereglement «nur innerhalb des Siedlungsgebietes zulässig».

Auch die neue Flagge hänge nicht legal, sagt der Liestaler Stadtpräsident Daniel Spinnler zur bz. «Zurzeit liegt keine Bewilligung für die Schweizerfahne vor. Es wurde ein Gesuch für die Bewilligung der Fahne von der Bürgergemeinde gestellt. Solange das Verfahren läuft, wird die Fahne nicht abgehängt. Je nach Entscheid wird dann entsprechend gehandelt.»

Wer sich in die Felswand gewagt habe, um mit Seilen oder Kabeln die neue Flagge aufzuhängen, sei ihm nicht bekannt, sagt Spinnler. Es gebe jedoch einige Vermutungen.