Neujahrsempfänge

An den «grossen Vier» werden bis zu 3000 Hände geschütteln

Für die Gäste sind es die ersten gesellschaftlichen Pflichttermine, für die Gastgeber die wichtigste Gelegenheit im Jahr, publikumswirksam politische Forderungen zu platzieren: Neujahrsempfänge. Zu den «grossen vier» werden bis zu 3000 Gäste erwartet.

Wer mag und es auf die Gästeliste geschafft hat, kann ab Montag im Tagesrhythmus an einem Apéro mit Würdenträgern aufs neue Jahr anstossen. Um Terminkollisionen zu vermeiden, haben sich Regierungsräte und Direktoren gegenseitig abgesprochen.

Den Anfang macht der Empfang der Basler Regierung am Montagabend im Volkshaus. Im Gegensatz zu den traditionellen Empfängen der Verbände wird er erst zum dritten Mal durchgeführt. Laut Regierungssprecher Marco Greiner wurde der Apéro 2012 ins Leben gerufen, um neben den wirtschaftlich geprägten Anlässen eine Plattform für die Politik zu schaffen. «Dieser Neujahrsempfang soll dazu beitragen, die politische Region besser zu vernetzen», sagt Greiner. Verflixterweise gab es gleich bei der ersten Durchführung Irritationen: Wegen einer Absprachepanne folgte kein einziges Baselbieter Regierungsmitglied der Einladung aus Basel. Das wird 2014 anders: Laut Greiner haben sich drei der fünf Baselbieter Magistraten angemeldet.

Handelskammer neu im Joggeli

24 Stunden später stösst die Handelskammer beider Basel (HKBB) mit 750 Gästen aufs neue Jahr an. Wegen des Umbaus nicht wie gewohnt in der UBS-Kundenhalle am Bankverein, sondern in der Premium Lounge im St. Jakob-Park. Den guten Beziehungen zur Grossbank tut der Lokalwechsel keinen Abbruch: So wird UBS-Regionaldirektor Samuel Holzach auch fernab seiner Heimstätte neben HKBB-Direktor Franz Saladin und Präsident Thomas Staehelin referieren.

Am Morgen danach folgt der Apéro des städtischen Gewerbeverbands im Theater Basel. Mit 1250 geladenen Gästen ist dieser der grösste in der Region; Theaterdirektor und Hausherr Georges Delnon bezeichnete ihn auch schon als «Ferrari unter den Neujahrsveranstaltungen». Kernige Ansprachen, eine Kostprobe aus dem bevorstehenden Ballett-Stück am Theater (dieses Jahr Schostakowitschs «Snow White») und ein fantasievoll inszeniertes Buffet – der Empfang präsentierte sich in den vergangenen Jahren stets pompös. 2014 wird Gewerbedirektor Gabriel Barell, der im September sein Amt angetreten hat, seine erste Neujahrsrede halten. Mit Spannung erwartet wird zudem die Botschaft von Guy Lachappelle, dem Chef der krisengeschüttelten Basler Kantonalbank (BKB). Ungewöhnlich ist die Terminkollision mit der Sitzung des Grossen Rates, der zeitgleich einen neuen Bankratspräsidenten wählt.

Am Donnerstagabend beschliesst das Baselbieter Pendant zum Gewerbeverband – die Wirtschaftskammer – mit ihrem Apéro den Reigen der «grossen vier». 500 Gäste sind ins Muttenzer Pantheon geladen, darunter Verbandschefs aus anderen Kantonen und des Mutterverbands. Trotz des kurzen Anfahrtswegs in corpore abgesagt hat die Basler Regierung. Ob sie nach drei Tagen schlicht genug hat vom dauernden Händeschütteln und Cüpli trinken?

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