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Andreas Hofmann, Campus-Leiter in Muttenz: «Die halbe Schweiz kommt hierher»

Andreas Hofmann.

Andreas Hofmann.

Andreas Hofmann, Campus-Leiter in Muttenz, über das Justieren an Detailfragen, gestaffelte Stundenpläne und den Park als Spielwiese.

Herr Hofmann, am Samstag laden Sie zum Tag der offenen Tür. Es gibt Führungen, Workshops und Unterhaltung. Wieso dieses volle Programm?

Andreas Hofmann: Wir wollen uns ganz einfach vorstellen. Allen Interessierten zeigen, wer wir sind und was wir hier machen. Das kann man am besten, wenn man Beispiele und Angebote zum Eintauchen macht, um zu verstehen, was in diesem Gebäude passiert. Wir liessen dabei den Hochschulen freien Lauf, damit sie sich entfalten können. Dies führte zu diesem erfreulich vielfältigen Programm, das wir mit den Konzerten an der Campus-Party abrunden.

Spüren Sie ein spezielles Interesse am Campus?

Ja, wir rechnen morgen mit über 10'000 Besuchern. Wir spüren ein grosses Interesse in der Region und auch aus der ganzen Schweiz. Wir haben regelmässig Gäste aus anderen Kantonen, die selber vor der Entscheidung stehen, wie es mit ihrer Hochschule weitergehen soll. Man darf sagen, da kommt die halbe Schweiz nach Muttenz.

Was geben Sie diesen Besuchern mit auf dem Weg?

Grundsätzlich sagen wir, dass die Zusammenlegung von verschiedenen Hochschulen in einem Campus etwas sehr Positives hat. Dass der Austausch und die Interdisziplinarität, die in diesem Gebäude ermöglicht werden, sehr befruchtend sind. Dazu braucht es aber Orte, wo dieser Austausch stattfinden kann. Dazu zähle ich den Park, die Gastronomie und verschiedene Räumlichkeiten, wo man sich ungezwungen treffen kann.

Der Park wurde aber nur möglich, weil derart massiv in die Höhe gebaut wurde, was zu Beginn in Muttenz auch Unbehagen auslöste. Hat sich der Park bewährt?

Der Park hat sich absolut bewährt und wird bei schönem Wetter von den Studierenden rege genutzt. Es wird Tischtennis, American Football, Frisbee oder Kubb gespielt und einfach Zeit miteinander verbracht. Natürlich wird im Park auch gearbeitet. Dafür haben wir spezielle Stühle bereitgestellt.

Hauptthema vor der Eröffnung war der Verkehr. 3700 Studierende und 800 Mitarbeitende strömen fast täglich zum Campus. Blieb das befürchtete Chaos aus?

Dadurch, dass wir den Halbstundentakt eingeführt haben – bei der einen Hälfte der Studierenden beginnen die Lektionen stets zur vollen Stunde, bei der anderen Hälfte zur halben Stunde – hat sich die Situation massiv entschärft. Beim Bahnhof blieben die befürchteten Konzentrationen und Engpässe aus. Sie blieben aber auch im Haus drin aus.

Auf der anderen Seite merken wir aber auch, dass noch viele mit dem Auto kommen, weil es hier im Quartier relativ einfache Parkmöglichkeiten gibt. Wenn unser Parkplatz mit seinen 250 Parkfeldern kostenpflichtig wird, kommt es sicherlich nochmals zu einer Verschiebung in Richtung öffentlichem Verkehr. Wir glauben aber nicht, dass dies zu Problemen führen wird.

Wo gibt es noch Probleme?

Die grossen Felder laufen wirklich prima. Wir sind aber noch immer in der Einregulierungsphase, wo an Details gefeilt werden muss. Dazu gehört vor allem die Gebäudeautomation mit Lüftung, Licht und Storen.

Bis spätabends brennt oftmals Licht im Gebäude. Muss das in Zeiten von Klimaschutz und Lichtverschmutzung sein?

Der Campus ist für Studierende und Mitarbeitende mit ihrem Badge täglich während 24 Stunden geöffnet. Dadurch wird auch bis spätabends oder mitten in der Nacht gearbeitet und gelernt, ebenso an Sonn- und Feiertagen. Das kann Anwohner oder Vorbeifahrende verwundern, die sich auch schon mit Fragen bei uns gemeldet haben.

Bezüglich der Energieeffizienz kann versichern, dass es uns ein wichtiges Anliegen ist, sparsam mit Ressourcen aller Art umzugehen. Das ganze Gebäude ist mit einer modernen Beleuchtungssteuerung ausgelegt, welche die Normalbeleuchtung bei Nichtbenutzung der Räume automatisch auf die minimale Sicherheitsbeleuchtung schaltet. In Büros und Unterrichtsräumen wird das Licht bei Nichtbenutzung vollständig gelöscht. Wenn also nachts Licht in diesen Räumen brennt, dann wird dort auch gearbeitet.

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