Splash, Joy, Jugendzentrum – das waren die Namen für den Liestaler Jugendtreffpunkt während der letzten 25 Jahre. Und der Wandel bei der Namensgebung steht ein Stück weit auch für den Wandel der Jugend und ihres Treffpunkts an zentralster Lage in der Allee: Splash – auf Deutsch Spritzen – für eine rebellische, mitunter auch destruktive Besucher-Generation, die das Lokal an den Rand der Schliessung brachte. Joy (Freude) für eine lange Phase, die Liestal wieder weitgehend versöhnte mit seiner Jugend im ehemaligen Feuerwehrmagazin. Und seit 2010 läuft das Ganze unter dem etwas bieder tönenden Allerweltsbegriff «Jugendzentrum» und ist ganz aus den Schlagzeilen verschwunden.

Heute seien die Jugendlichen, die den Treff besuchen, in der Tat angepasster als in den Anfangszeiten, sagt Thomas Furrer. Und der Betrieb laufe in geordneten Bahnen. Doch das mache es nicht nur einfacher für die Leiter, denn diese wollten, dass sich die Jugendlichen mit eigenen, innovativen Ideen weiterentwickelten. «Heute heisst die Herausforderung, die jugendliche Entdeckungsfreude zum Leben zu erwecken.»

Furrer muss es wissen. Denn er gehörte vor einem Vierteljahrhundert als Jugendlicher zur ersten Generation im Jugendtreff und leitet heute das Kompetenzzentrum Kind, Jugend, Familie. Dieses ist ein Arm der Stiftung Jugendsozialwerk Blaues Kreuz Baselland und damit jener Institution, die seit der Eröffnung im Mai 1990 im Auftrag der Stadt Liestal den Jugendtreff führt. Heute herrsche eine gute Durchmischung der Jugendlichen bezüglich der Nationalitäten – ab Mitte der 1990er-Jahre widerspiegelte sich der Krieg im ehemaligen Jugoslawien ein Stück weit in der Liestaler Allee und Migranten aus diesem Raum dominierten den Jugendtreff. Auch die Durchmischung der Geschlechter ist heute besser als früher.

Verschiebung droht

Letzteres hängt wesentlich damit zusammen, dass mit Claudia Kuonen seit fünf Jahren eine Frau den Jugendtreff mit leitet und ein Raum nur für Mädchen zur Verfügung steht. Furrer: «Wir sind jetzt ein Haus für alle.» Zu den Angeboten gehören die seit den Anfängen beliebten Spielgeräte wie Töggelikasten oder Billardtisch, der Aufenthaltsraum, wo geredet, Musik gehört und – ohne Konsumationszwang – gegessen und getrunken werden kann, sowie ein Fitnessraum. Und besonders wichtig: Die Jugendlichen finden in den beiden Leitern mit ihrer sozialpädagogischen Ausbildung auch eine Ansprechstation bei Problemen oder Lebenskrisen.

Dies alles ist möglich, weil die Stadt mittlerweile jährlich 200 000 Franken für das Jugendzentrum zur Verfügung stellt. Trotzdem gibt es noch Steigerungsvisionen. So träumt Furrer von Übungsräumen für Bands und Platz für Workshops, Ausstellungen und Filmvorführungen, ja von einem eigentlichen «Jugend- und Kulturhaus».

Doch die Zeichen stehen schlecht für einen Ausbau: Die Allee steht mitten im Planungsperimeter Postareal, der sich bis zum Lüdin-Park an der Rheinstrasse erstreckt. Damit droht dem Jugendzentrum eine Verschiebung irgendwo an die Peripherie wie zum Beispiel aufs Hanro-Areal. Dazu Claudia Kuonen: «Es wäre cool, wenn wir am heutigen Standort bleiben könnten.»

Was läuft heute im Jugendtreff gut, was weniger? Kuonen: «Optimal ist, dass sechs Jugendliche freiwillig mitarbeiten und ein ganz tolles Engagement zeigen. Weniger gut ist, dass der frühere Ruf des Treffs aus der Kifferzeit nicht aus den Köpfen der älteren Liestaler zu bannen ist und sie deshalb ihre Kinder nicht hierher schicken.»

Stadträtin half über Krise

Womit wir in Splash-Zeiten wären. Der Liestaler Jugendtreff war eine Antwort auf die damaligen Jugendunruhen. Doch diese machten nicht Halt vor der Allee und es kam zu Vandalismus und Sprayereien und vor dem Splash wurde trotz striktem Alkohol- und Drogenverbot getrunken und gekifft. Mit diesen Problemen und dem damit verbundenen Imageverlust sanken die Besucherzahlen von anfänglich bis zu 300 auf weniger als zwei Dutzend Jugendliche pro Tag.

Hätte sich die damalige Stadträtin Annemarie Maag nicht dezidiert für den Jugendtreff eingesetzt, gäbe es ihn heute wahrscheinlich nicht mehr. So aber überlebte er die Krise kurz nach dem Start wie auch spätere Sparrunden der Stadt Liestal. Und auch die Besucherzahlen stiegen wieder. Im letzten Jahr nutzen 350 Jugendliche mehr oder weniger regelmässig das Angebot des Liestaler Jugendzentrums.

Das Jugendzentrum feiert das 25-Jahr-Jubiläum am Samstag mit offenen Türen (ab 13 Uhr), einem Konzert mit Gruppen wie Tafs und Amiel Entertainment (ab 21 Uhr) und einer Party (ab 23 Uhr).