Goetheanum

Arlesheim – Rodungen bei Goetheanum untersagt

Rechter Hand, direkt vor dem Goetheanum, liegt das Schwinbach-Areal, das überbaut werden soll.

Rechter Hand, direkt vor dem Goetheanum, liegt das Schwinbach-Areal, das überbaut werden soll.

Der Kanton erliess ein vorläufiges Rodungsverbot für Bauprojekt in Arlesheim.

Im Konflikt um das Bauprojekt beim Areal Schwinbach Süd, unweit des Goetheanums, über das die bz bereits berichtete, feiern die Naturschützer einen Etappensieg. Die Bau- und Umweltschutzdirektion hat am 15. Januar verfügt, dass vorläufig keine Eingriffe in Terrain und Vegetation vorgenommen werden dürfen.

Die Firma Implenia, die auf dem Areal 59 Wohnungen plant, darf aber «unter grösstmöglicher Schonung der Vegetation und des Terrains» Bauprofile erstellen. Die Gruppe «Initiative Natur- und Kulturraum Dornach-Arlesheim» um Jenny und Ueli Steiger bleibt aber wachsam, zumal am vergangenen Freitag Arbeiter die Standorte der vorgesehenen Bauprofile vormarkierten und diese gemäss Jenny Steiger an kritischen Punkten stehen.

Bauprofile könnten die Baumkronen beschädigen

«Viele der Pflöcke zeigen an, dass die Bauprofile sehr nah an Bäume platziert werden sollen. Die Bauprofile werden wohl kaum ohne beträchtlichen Schaden an der Baumkrone aufgestellt werden können, was gegen die Regeln der letztwöchigen Verfügung des Kantons verstösst», erklärt Jenny Steiger. Laut den Umweltschützern sollen die Bauprofile am Montagmorgen erstellt werden, was ihnen kaum Zeit lässt, um sich falls nötig dagegen zu wehren.

Für Jenny Steiger ist ein solches Vorgehen von Implenia unverständlich. «Wir betrachten das als eine Machtdemonstration.» Die Arbeiter der Baufirma hätten ihr gesagt, dass an anderen Orten des Geländes wegen der Verfügung des Kantons auf Bauprofile verzichtet wurde. Die Lage sei dabei nicht entscheidend, die Profile in der Nähe der Bäume könnten also ruhig anderswo gestellt werden. Implenia bekräftigt ihrerseits, «mit grösster Rücksicht auf Flora und Fauna vorzugehen.» Für die Bauprofile sind keine Rodungs- oder Planierungsarbeiten notwendig. Die Verfügung des Kantons ändert die Planung des Generalunternehmers, der im Frühjahr eine Baubewilligung einzureichen gedenkt, nicht.

Unterdessen prüft aber der Kanton einen Antrag der Naturschutzorganisation Helvetia Nostra, einer Tochterstiftung der Fondation Franz Weber. Diese klagt nämlich, weil sich auf dem Gelände Schwinbach Süd schützenswerte Naturobjekte befinden sollen. Die Arlesheimer Gruppe und Helvetia Nostra fordern im Antrag, dass die Quartierpläne Schwinbach Süd und «Uf der Höchi» – wo ein zweites umstrittenes Bauprojekt in unmittelbarer Nähe des Goetheanums geplant ist – für nichtig zu erklären seien. Die kantonale Bau- und Umweltschutzdirektion hat den definitiven Entscheid noch nicht gefällt. Die Umweltschützer wollen nicht die Bauprojekte komplett verhindern. Matthias Mast von Helvetia Nostra bestätigt: «Es gilt, mehr Achtsamkeit für den Erhalt von Natur und Kultur herbeizuführen.» Jenny Steiger sagt: «Es gibt einen grossen Spielraum zwischen alles plattwalzen und grösstmögliche Rücksicht auf die Natur zu nehmen.»

Gemeinde sieht kein Bedarf, die Quartierpläne zu überarbeiten

Genau das sei in den Planungsberichten und Quartierplänen nicht der Fall: Im Planungsbericht steht, dass sich keine Naturobjekte auf dem Areal Schwinbach Süd befinden, obwohl Naturschützer das Gegenteil behaupten. Die Gemeinde weist Vorwürfe zurück und sieht keinen Grund, die Quartierpläne zu verändern, wie Gemeindepräsident Markus Eigenmann sagt. Ob sich schützenswerte Tiere und Naturobjekte auf dem Areal befinden, «entzieht sich meiner Kenntnis», sagt er weiter.

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