Uni-Standort

Auch ohne Universität hat Liestal genug Lebensqualität

Der Uni-Standort Liestal wurde nicht ernsthaft erwogen.

Der Uni-Standort Liestal wurde nicht ernsthaft erwogen.

Mit Enttäuschung nahm der Einwohnerrat Abschied vom Universitätsstandort.

Wenig erfreut vom Bericht des Stadtrates zu einem möglichen Standort der Uni Basel in Liestal zeigte sich im Einwohnerrat Stefan Fraefel (CVP/EVP/GLP). Man hatte Hoffnungen in den Standort beim neuen Bahnhof gesetzt. Trotz ungeklärten Eigentums- und Nutzungsverhältnissen im Areal Dreispitz möchte die Uni an diesem Standort festhalten und die Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät dorthin verlagern.

In der Antwort auf ein Postulat Fraefels hatte der Stadtrat geschrieben, dass eine Fortführung der Planung in Liestal «weder zweckmässig noch erfolgsversprechend sei». Deshalb wolle man auf entsprechende Bemühungen verzichten. In allen Fraktionen schloss man sich dieser Bewertung an, zeigte sich aber ernüchtert und enttäuscht.

Standort Liestal nicht ernsthaft erwogen

«Wer aufhört zu kämpfen, hat schon verloren» sagte Hans-Peter Meyer (SVP). Der Stadtrat solle alles daran setzen, dass nicht weitere Dienstleistungen aus dem Kantonshauptort wegziehen (Gerichte, Bezirksschreiberei, Gewerbeschule). Michael Durrer (Grüne) kritisierte, dass die Uni Basel den Standort Liestal «nie ernsthaft in Erwägung gezogen hat».

Dies sei bedauerlich, meinte Loris Jeitziner (SP). Wichtig sei, dass die Region Basel eine gute Universität habe. Auch Stadtpräsident Daniel Spinnler war enttäuscht, meinte aber: «Liestal ist auch ohne Universität eine lebenswerte Hauptstadt.» Es gehe nun darum, Leuchtturmprojekte zu realisieren. Eine Möglichkeit dazu biete sich beispielsweise an der Rheinstrasse.

Joël Bühler (SP) wollte mit einem Postulat eine Städtepartnerschaft mit Sacramento in Kalifornien anregen. Im Rat zeigte man sich davon wenig begeistert. Das sei «unnötig», sagte Vreni Wunderlin (CVP/EVP/GBL). Für Hans-Peter Meyer war eine solche Partnerschaft des kleinen Liestals gegen die Grossstadt aus den USA «auf Distanz schwer aufrechtzuerhalten». Die Überweisung an den Stadtrat wurde mit 21 Nein gegen 16 Ja abgelehnt.

Ebenfalls abgelehnt wurde ein Postulat der beiden Grünen Dominik Beeler und Michael Durrer. Sie wollten, dass die Stadt Liestal das Sponsoring für Lastenräder übernehme. Stadtpräsident Spinnler sicherte privaten Interessierten Hilfe bei der Umsetzung zu, möchte aber keine finanzielle Unterstützung dazu leisten. Für Lorenz Holinger (SVP) handelt es sich um «eine weitere unnötige Ausgabe». Das Vorhaben hatte im Einwohnerrat keine Chance.

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