Asylzentrum Feldreben

Auch zweites Luft-Gutachten für Feldreben-Areal gibt grünes Licht

Auch das zweite Gutachten für das Muttenzer Feldreben-Areal gibt Entwarnung in Bezug auf eine Schadstoffbelastung auf dem ehemaligen Deponiegelände. (Archivbild)

Auch das zweite Gutachten für das Muttenzer Feldreben-Areal gibt Entwarnung in Bezug auf eine Schadstoffbelastung auf dem ehemaligen Deponiegelände. (Archivbild)

Der Kantonsarzt Brian Martin und das Schweizerische Tropeninstitut halten das Asylzentrum auf dem Deponiegelände für unbedenklich. Laut ihrem toxikologischen Gutachten bedeuten die gemessenen Schadstoffwerte in Luft und Boden keine Gefährdung.

Die Kritik fiel heftig aus: Altlastenexperte Martin Forter liess kaum ein gutes Haar am Luftqualitäts-Gutachten des Ingenieurbüros Sieber Cassina und Partner (SCP) zum Feldreben-Areal in Muttenz. Für die Geologen liegt aufgrund ihrer Messungen keine Gefährdung für die geplante temporäre Wohnnutzung als Registrierungszentrum für Flüchtlinge vor. Für Forter hingegen ist klar, dass es ein toxikologisches Gutachten braucht, um wirklich abschätzen zu können, wie gesundheitsschädigend die Stoffe auf dem ehemaligen Deponiegelände sind. Ein solches hat der Kanton Baselland auch in Auftrag gegeben. Seit Dienstag liegt es der bz vor.

Wobei: Bereits auf den ersten Blick wird klar, dass es sich nicht um ein komplett neues Gutachten handelt. Stattdessen haben Kantonsarzt Brian Martin und das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (STPH) jeweils eine zweiseitige Bewertung des SCP-Gutachtens verfasst. Dabei kommen sie zum gleichen Fazit: «Der vorübergehenden Zwischennutzung der Lagerhallen für kurzzeitige Wohnzwecke, wie sie für Registrierzentren üblich sind, stehen keine gesundheitlichen Bedenken im Wege», schreibt das STPH. «Bei den vorliegenden Messwerten kann eine gesundheitliche Gefährdung ausgeschlossen werden, sowohl für das in einem allfälligen Registrierungszentrum Feldreben längerfristig tätige Personal als auch für die dort vorübergehend untergebrachten Asylantinnen und Asylanten sowie für Besucher», schreibt Martin.

Unversehrte Bodenplatte wichtig

Zwar stellen beide fest, dass in der Porenluft, also im Boden einiger Räume, die Konzentrationswerte der Altlastenverordnung für CO2 und einmalig auch Benzol leicht überschritten wurden, doch Martin relativiert auf Nachfrage: «Die Werte sind alle unbedenklich. Für die gesundheitliche Belastung relevant ist die Raumluft.» Und dort lagen alle gemessenen Substanzen weit unter den Maximalen Arbeitsplatzkonzentrationswerten (MAK). Forters Kritik, dass dies die falschen Grenzwerte für eine Wohnnutzung seien, lässt Martin nicht gelten: «Die MAK-Werte herbeizuziehen, ist ohne Zweifel adäquat. Darüber diskutieren müsste man nur, wenn die Messresultate in die Nähe der Grenzwerte kämen, doch sie liegen um den Faktor 1000 darunter.» Selbst wenn ein Asylbewerber wider Erwarten mehrere Monate auf dem Areal bliebe, sei es unbedenklich.

Gleichwohl empfehlen Kantonsarzt und STPH zur Sicherheit, einen Monat nach der Inbetriebnahme des Asylzentrums einige Messungen zu wiederholen. Und vor etwas warnen sie eindringlich: «Es ist von grosser Bedeutung, dass auch eine unbeabsichtigte Verletzung der Feldreben-Bodenplatte und ein Kontakt mit dem Deponieuntergrund vermieden werden», schreibt Martin. Die spätere Sanierung des Areals müsse mit Humanbiomonitoring von Arbeitern und Umgebungsbevölkerung begleitet werden.

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