Gastronomie

Aus der Not eine Tugend machen: In Laufen öffnet ein Gastronomieerlebnis der besonderen Art

An der Birs in Laufen kann man ab morgen in den Genuss eines besonderen Gastronomieerlebnisses kommen.

An der Birs in Laufen kann man ab morgen in den Genuss eines besonderen Gastronomieerlebnisses kommen.

Ab morgen lädt ein spezielles Gastronomieerlebnis zum Verweilen an der Birs in Laufen ein. Die Idee ist aus der Coronanot entstanden.

Am Ende ging alles sehr schnell: Vor knapp vier Wochen fragte die Firma Traffic Team Entertainment aus Büsserach, die sich auf Kulissen- und Eventinfrastrukturbau spezialisiert hat, bei den Laufner Behörden an, ob sie offen für ein temporäres Gastronomieerlebnis wären. So nennen Chefproduzent Pascal Jeker und sein Team ihr Angebot, das Essen und Unterhaltung an gemütlicher Lage auf dem Nau-Areal an der Birs bieten soll.

Holzchalet und kleine Restaurant-Häuschen

Nur gut zehn Tage nach der Anfrage war die Baubewilligung da. Denn diese war nötig, handelt es sich bei der Infrastruktur doch um feste Bauten, in deren Mitte ein Holzchalet Ferienstimmung vermitteln soll. Die Häuschen ringsum dienen als kleine Restaurants, wobei sämtliche Plätze im Freien, aber gedeckt und unter Einhaltung eines Schutzkonzepts aufgestellt sind.

«Der Besuch soll bei uns zum Erlebnis werden, in dem wir neben gutem Essen eine spezielle Kulisse und damit ein aussergewöhnliches Ambiente bieten», sagt Pascal Jeker. Die Erlebnisgastronomie ist jeweils von Freitag bis Sonntag bis am 19. September geöffnet. An den Samstagen treten Komiker auf; darunter der schweizweit bekannte Clown Roli Noirjean, der in Laufen ein Heimspiel geniessen wird.

Attraktivität von Laufen steigern

Kulinarisch werden die Gäste von den Veranstaltern selber, aber auch von lokalen Gastronomiebetrieben wie Delikatessen Henz aus Laufen, der Metzgerei Stachel aus Blauen und der Bäckerei und Konditorei Jeker aus Büsserach verwöhnt. Ziel sei es, ein möglichst breites Angebot bieten zu können, verrät Organisator Pascal Jeker. Man serviere Raclette und Fondue in der Sommervariante unter anderem mit Früchten, Grillwaren und kleine Brotzeiten mit Wurst und Käse. «Wir wollen die lokale Gastronomie nicht konkurrenzieren, sondern etwas zur Attraktivität von Laufen beitragen.»

Wild geht auch im Hochsommer

Metzger Andreas Meury ist vom Konzept der Erlebnisgastronomie überzeugt. «Es ist ein Geben und Nehmen für alle Beteiligten in einer schweren Zeit. Ich glaube fest daran, dass dies beim Publikum gut ankommen und es stimmungsvolle Abende geben wird.» Als selbstständiger Metzger ist Meury bekannt für seine Wild-Spezialitäten. Für ihn ist klar. «Wild kann man auch im Hochsommer essen ob als Steak, Klöpfer oder Wienerli.» Damit schaffe er es immer wieder, seine Gäste zu überraschen.

Von der Winter- zur Sommerkulisse

Die Idee zur Erlebnisgastronomie entstand aus der Not der Coronakrise heraus, von der die Eventbranche besonders betroffen ist. Traffic Team Entertainment, das für gewöhnlich den Rahmen für einen Anlass bietet, macht sich in Laufen kurzerhand selber zum Gastronomieanbieter. Das Herz der Kulisse, das mit viel Liebe zum Detail geschmückte Chalet, dient für gewöhnlich im Winter im Thiersteiner Dörfchen Grindel als Raclette- und Fonduestübli. Ob es dieses auch im kommenden Winter geben wird, ist wegen Corona aber noch unklar.

Laufens Stadtpräsident Pascal Bolliger (FDP) freut sich auf das ungewöhnliche Angebot und erinnert an das vergangene Jahr, als ein ähnliches Projekt in kleinerer Grösse beim Schlachthaus gut angekommen ist. «Das Bedürfnis nach solchen Angeboten ist da und alles, was Laufen kulturell aufwertet und fördert, ist bei uns willkommen.» Bolliger ist überzeugt, dass die Stimmung auch dieses Jahr wiederum gut sein wird. «Die Leute geniessen es einfach, wenn sie in dieser Jahreszeit gemeinsam draussen sein können.»

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