Viele Teenager stecken bis zu ihrem 20. Lebensjahr in einer Ausbildung. Umgerechnet in Hundejahre geht es den jungen Blindenführhunden genau gleich: Die ersten zweieinhalb Jahre ihres Lebens verbringen sie nämlich mit dem Erlernen der Fähigkeiten, die sie später benötigen, um einer blinden oder sehbehinderten Person zu helfen. «Es sind aber keine Über-Hunde. Der Unterschied zu Hunden, die als Haustiere gehalten werden, ist lediglich, dass unsere Blindenhunde gezielt trainiert werden und immer ein Geschirr anstelle eines einfachen Halsbandes tragen», sagt Regula Fischer, Geschäftsleitungsmitglied des Vereins für Blindenhunde und Mobilitätshilfen (VBM) in Liestal.

Der VBM Liestal engagiert sich als gemeinnützige Institution für die Aufzucht, Aus- und Weiterbildung der Blindenführhunde. Die Labrador-, Riesenschnauzer- oder Königspudel-Welpen werden von freiwilligen Helfern bei sich zu Hause aufgezogen und müssen während eineinhalb Jahren Aufgaben mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad erfüllen können. Ihre Belastbarkeit und ihre Reaktion auf Unvorhergesehenes sind dabei besonders zentral. Anschliessend übernimmt ein gelernter Blindenführhund-Instruktor die weitere achtmonatige Ausbildung inklusive Abschlussprüfung. Interessiert sich eine blinde oder sehbehinderte Person für einen Blindenhund, wird sie vom VBM mit einem Instruktor und einem Hund bekannt gemacht. Gemeinsam absolvieren sie einige gemeinsame Trainings. Anschliessend besteht die Möglichkeit, Weiterbildungen und Gruppenkurse zu besuchen.

Ein Teil der Kosten wird von der Invalidenversicherung übernommen. Dies allein reiche aber nicht aus, um die Aus- und Weiterbildung der Blindenhunde zu finanzieren. «Der VBM lebt von den Spendengeldern unserer Gönner», sagt Fischer. Auch deshalb veranstaltet der VBM den Tag der offenen Tür.

Blinde führen ihre Hunde vor

Morgen Sonntag möchte der VBM dem Publikum zeigen, wie seine Hunde ausgebildet werden und was sie alles können. «Auch möchten wir die Öffentlichkeit sensibilisieren, damit sie wissen, wie man einem Blindenhund auf der Strasse begegnen soll», erklärt Fischer. Neben den Vorführungen, die von blinden oder sehbehinderten Personen mit ihren Blindenhunden durchgeführt werden, kann auch die Krea-Ausstellung besucht werden. Während des ganzen Jahres können Blinde und Sehbehinderte in der Krea-Werkstatt töpfern, flechten oder Körbe herstellen. Zahlreiche handwerkliche Produkte werden am Sonntag ausgestellt und verkauft.

Verein für Blindenhunde und Mobilitätshilfen, Tag der offenen Tür am 12. Oktober, von 11 bis 16.30 Uhr am Weideliweg 20 in Liestal.