Tenniken

Ausgeblitzt: Blitzer wird Opfer des eigenen Erfolgs – und wird entfernt

Der bei Autofahrern berühmt-berüchtigte Blitzer auf der A2 bei Tenniken wird aufgehoben.

Der bei Autofahrern berühmt-berüchtigte Blitzer auf der A2 bei Tenniken wird aufgehoben.

Der seit Jahren berühmt-berüchtigte Radar auf der A2 bei Tenniken verschwindet, weil die Autofahrer ihn kennen und vorher abbremsen.

Noch blitzt der stationäre Radar auf der A2 bei Tenniken zu schnell fahrende Autolenkerinnen und Autolenker. Bald demontiert der Bund jedoch die Anlage und ersetzt sie nicht mehr. Aufgrund der Bekanntheit und des hohen Alters des Blitzers wurde entschieden, ihn aufzugeben.

Künftig könnten mobile Blitzer in Tenniken eingesetzt werden

Zuständig für den Unterhalt der fest installierten Anlage ist seit dem Jahr 2008 das Bundesamt für Strassen (Astra). Damals wurde die Autobahn, auf welcher der berühmt-berüchtigte Radar installiert ist, zu einer Nationalstrasse. Schon zum Zeitpunkt der Übernahme durch den Bund hatte die Messanlage einige Jahre auf dem Buckel. Nun müsste der Blitzer altershalber ersetzt werden, weshalb der Standort der Anlage analysiert worden ist. «Die Anlage ist vielen Autofahrenden bekannt und daher wird oft vor der Anlage abgebremst», beschreibt Astra-Sprecherin Esther Widmer die Haupterkenntnis der Analyse. Man habe deshalb in Absprache mit den zuständigen Stellen beim Kanton Baselland entschieden, den Radar nicht zu ersetzen. Der Rückbau werde im Rahmen des Erhaltungsprojektes Sissach-Eptingen stattfinden. «Voraussichtlich wird dies Ende 2020/Anfang 2021 zusammen mit den Vorausmassnahmen der Betriebs- und Sicherheitsanlagen auf der Strecke durchgeführt.»

Der fest installierte Radar ist zwar spätestens im Frühjahr 2021 verschwunden. «Um die Sicherheit für den Verkehr weiterhin zu gewährleisten, können nach dem Rückbau in Tenniken mobile Radaranlagen eingesetzt werden», sagt Astra-Sprecherin Widmer. Dass dort künftig eine solche Anlage benutzt wird, möchte die Baselbieter Polizei nicht bestätigen. Sprecher Roland Walter erklärt aber: «Der Verkehrsteilnehmer muss zu jeder Zeit und an jedem Ort mit einer Kontrolle rechnen und sein Fahrverhalten entsprechend anpassen, um nicht mit einem Geschwindigkeitsverstoss zu rechnen.» Momentan seien im Kanton Baselland sieben fest installierte und sechs mobile Messgeräte in Betrieb. Eine Änderung «der bisherigen Einsatzdoktrin im Bereich der Geschwindigkeitskontrollen stehe nicht zur Diskussion». Die Wirkung von Tempokontrollen sei am grössten, wenn bemannte und unbemannte Kontrollposten eingesetzt würden.

Auf der A2 gibt es derzeit an vier Orten eine Messanlage

Ist der Radar in Tenniken nicht mehr da, existieren noch sechs fest installierte Anlagen im Kanton. Drei davon ebenfalls auf der A2: In Augst in Fahrrichtung Basel, in Hersberg in Fahrtrichtung Basel und in Hersberg/Itingen in Fahrtrichtung Bern/Luzern. Ebenso gibt es eine Messanlage in Binningen auf der Bottmingerstrasse in Fahrtrichtung Basel, in Münchenstein auf der Emil-Frey-Strasse in beide Richtungen und in Liestal auf der Fraumattstrasse in beide Richtungen.

Viele der Anlagen sind ebenfalls weitherum bekannt. Nimmt man den Tenniker Blitzer als Massstab, stehen auch sie auf der Kippe, wenn sie eines Tages ihre Lebensdauer erreicht haben.

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