Das ist das Ende einer Ära – die Partyarena A 2 macht Konkurs. Der Partybetrieb der Diskothek unter der St. Jakob-Arena ist nach 14 Jahren eingestellt. Am 1. Juni verabschiedete sich der Club in die Sommerferien, doch dass die Sommerpause so ein abruptes Ende gefunden hatte, war bislang nicht bekannt. Am 5. Juli vermeldete die Betreibergesellschaft den Konkurs, wie «20 Minuten» berichtete.

Auf Anfrage der bz erklärte Klaus Appel, Berater von Geschäftsführer Ralph Brügger, die Gründe für die Schliessung: «Wir konnten den Club nicht mehr kostendeckend betreiben.»

Festivals erhöhen den Druck auf Disco-Branche

Für die Schliessung der «A 2» seien mehrere Faktoren massgebend. Als erstes habe sich das Konsum- und Ausgehverhalten der Leute in den vergangenen Jahren stark verändert. «Viele junge Leute tendieren eher dazu, zu Hause zu bleiben, vor dem PC zu sitzen und ihren Partner über Facebook oder andere Plattformen zu suchen», sagt Appel. Auch neue Freizeitangebote wie Festivals erhöhten den Druck auf die Discothekenbranche. «Bei der Eröffnung 2005 besuchten an einem Samstag im Lauf einer Nacht 2000 Gäste den Club, heute sind es noch 400. Der Club hätte Platz für 1000 Gäste», sagt Appel.

Auch die Wettbewerbssituation sei stärker geworden. Es sind weitere neue, moderne Diskotheken entstanden, zum anderen gibt es erheblich mehr «Wald- und Wiesen-Events»; das sind Veranstaltungen in grossen Zelten, die nicht gleich strenge Konzessionen einhalten müssen wie eine fixe Diskothek. Diese Vorschriften machen das Leben der fixen Discos schwer.

Der heisse Sommer 2018 mit Temperaturen bis 39 Grad trug letztlich zum Ende des Clubs bei. Normalerweise ist der schwach besuchte Sommer nur drei Monate lang. Im vergangenen Jahr dauerte die schwach besuchte Zeit gleich sieben Monate, von Mitte April bis Anfang November. Diese Lücke hätte nur gedeckt werden können mit einer Reserve von rund 250'000 Franken, die in dieser Höhe nicht vorhanden gewesen sei, erklärt Appel. Zudem hätte man weitere 300'000 Franken in den Club investieren müssen, da dieser mittlerweile in die Jahre gekommen ist und technisch hinterherhinkt.

2017 bereits ein Betreiberwechsel

Der Mietvertrag der Partyarena A 2 wäre noch für acht Jahre gelaufen. «Der Vermieter Immobilien Basel-Stadt kam uns sehr entgegen, er zeigte grosses Verständnis für unsere prekäre Lage», sagt Klaus Appel. «Der Vermieter würde es begrüssen, wenn wieder eine Diskothek in den Räumlichkeiten betrieben würde.» Appel und Geschäftsführer Ralph Brügger bedauern die Schliessung zutiefst. «Brügger hat über einige Wochen überlegt, mit dem Betrieb weiter zu machen. Wir haben versucht, Geldgeber zu finden, doch erfolglos.»

Zuletzt wechselte der Betreiber im Februar 2017. Damals übernahm Brügger mit der RB Discothekenbetriebe GmbH das Lokal von der MPC I Diskotheken & Tanzlokal GmbH. Auch der Name wechselte im darauffolgenden November von Musikpark A 2 in Partyarena A 2.