Etwas bestreitet niemand. Der Bachgraben ist mies erschlossen. Die paar Busse und der Hegenheimermattweg genügen nicht aus für die Bewältigung der erwarteten Pendlermassen. Im Gebiet im Norden Allschwils sollen in den kommenden Jahren gegen 6000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Der Kanton Baselland will das Areal deshalb rasch an das Autobahnnetz anschliessen. Der Zubringer Bachgraben-Allschwil, abgekürzt «Zuba», soll den Bachgraben mit der Nordtangente verbinden. Am Mittwoch stellte der Landkanton das Vorprojekt vor, zusammen mit Basel-Stadt und anderen beteiligten Gebietskörperschaften.

Doch schon jetzt kündigt sich Widerstand an gegen die Strasse, die das Baselbiet laut Vorprojekt 370 Millionen Franken kosten wird. Er habe «massive Probleme» mit der Vorlage, sagt Bálint Csontos, Präsident der Baselbieter Grünen, zur bz. «Der Ausbau der Strasse wird forsch vorangetrieben – die bessere Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr und mit dem Langsamverkehr hingegen schieben die beiden Kantone auf die lange Bank.» Es sei «fahrlässig, sich nur auf einen Verkehrsträger zu konzentrieren».

SP-Landrat Jan Kirchmayr vermisst eine Gesamtplanung. «Es ist symptomatisch: Wir haben ein Gewerbegebiet, das entwickelt wird, aber es fehlt die Erschliessung. Das kann es nicht sein.»

Kirchmayr, der in der landrätlichen Bau- und Planungskommission sitzt, sagt, die SP verwehre sich nicht gegen eine Lösung für den motorisierten Individualverkehr. «Wir wollen aber auch, dass das Tram zum Bachgraben fährt. Das wird jetzt auf irgendwann in der fernen Zukunft verschoben.».

Der Autobahn-Anschluss des Bachgrabens läge nur zu rund zehn Prozent auf Baselbieter Boden. Ein Drittel des Zubringers wird gemäss der vorgeschlagenen Linienführung Untertage erstellt: Ein Tunnel führt von der Nordtangente respektive der A3 in Basel bis zur Kantonsgrenze. Nach einigen Dutzend Metern wechselt das Trassee auf französisches Territorium. Das jedenfalls entspricht dem Wunsch des Landkantons, der sämtliche Kosten übernimmt, abzüglich der möglichen Beteiligung des Bundes.

Mit dem Kanton Basel-Stadt ist vereinbart, dass er sich um die Planung der Tramanschlüsse kümmert und hierfür auch die Kosten übernimmt.

Kathrin Schweizer ist dafür

Bálint Csontos wird mit seinen Forderungen bald den «eigenen» Regierungsrat überzeugen müssen. Isaac Reber übernimmt per 1. Juli die Bau- und Umweltschutz-Direktion. Ebenfalls per 1. Juli ist die SP wieder in der Kantonsregierung vertreten. Die designierte Sicherheitsdirektorin Kathrin Schweizer hat sich in der bz im Februar positiv zum Zubringer Bachgraben geäussert. Von Seiten SP ist also keine Fundamental-Opposition gegen das Projekt zu erwarten - zumindest nicht auf der Stufe Regierungsrat.