Wahlen 2011

Baader legt los, Janiak und Schneider lauern

Der Gelterkinder Anwalt Caspar Baader kandidiert bei den nationalen Wahlen vom 23. Oktober neben dem Ständerat auch wieder für den Nationalrat.

Der Gelterkinder Anwalt Caspar Baader kandidiert bei den nationalen Wahlen vom 23. Oktober neben dem Ständerat auch wieder für den Nationalrat.

Caspar Baader hat bewusst am 1. August den Wahlkampf um den Baselbieter Ständeratssitz eröffnet. Elisabeth Schneider fühlt sich herausgefordert, Ständerat Claude Janiak lässt sich indes nicht beirren.

Claude Janiak sprach in Zunzgen und war «nur Gast» in Schönenbuch. Dort traf er auch Elisabeth Schneider, die zudem in Hofstetten eine Rede hielt, also sogar knapp ausserkantonal. Caspar Baader begab sich hinauf nach Titterten. Hätten sich die drei Politiker, die sich um den Sitz des Baselbieter Ständerats in Bern bewerben, am Nationalfeiertag auf Stimmenfang begeben wollen, so hätten sich wohl bedeutendere Destinationen ausgesucht.

Gleichwohl steht der 1.August für den Start in den Wahlkampf. Denn seit diesem Tag zieren erste Plakate, die für Baader werben, den Strassenrand. Vielzahl und früher Zeitpunkt wecken Erinnerungen an den Kampf des vermeintlich chancenlosen Regierungsratskandidaten Isaac Reber vor acht Monaten.

Genau genommen hatten die Helfer bereits kurz vor dem Nationalfeiertag die ersten Baader-Exemplare aufgestellt, weitere folgten sogleich. Ebenfalls bereits im Juli erschienen auch erste grössere Zeitungsinserate pro Baader. Doch die SVP wollte nicht etwa drei Monate vor dem grossen Wahltag, dem 23.Oktober, auf den Startknopf drücken. «Die SVP hat entschieden, früh anzufangen und symbolisch auf den 1.August mit den Plakaten loszulegen», sagt Baader, der die Plakat-Theorie von Karl Willimann als «sicher nicht falsch» bezeichnet. Der Baselbieter SVP-Landrat vertritt die Auffassung, dass «bereits mit 1:0 führt, wer die Plakate zuerst raushängt». Baader ging es eher darum, die ruhigeren Sommerwochen zu nutzen, um auf seine Botschaft aufmerksam zu machen.

Unliebsame Nebenerscheinungen

Thomas Weber, der Wahlkampfleiter der SVP, muss sich schon mit ersten unliebsamen Nebenerscheinungen auseinandersetzen: Vereinzelte Plakate der SVP wurden bereits mutwillig zerstört. Reklamationen, man habe gegen örtliche Regeln verstossen, die ein so frühes Aushängen untersagen, trafen bei ihm selber noch keine ein. Baader bezeichnet diese erste Aktion nur als «Vor-Wahlkampf». Mit was er in der zweiten Phase aufwarten will, behält er noch für sich: «Man lasse sich überraschen.»

Claude Janiak, der herausgeforderte SP-Ständerat, nimmt den Blitzstart der SVP gelassen und weist auch auf das weit höhere Budget des Herausforderers hin. Zwar nennt Baader keine Zahlen, doch die SVP machte nie ein Geheimnis daraus, dass ihr auf der Jagd nach Ständeratsmandaten nichts zu teuer ist. Nach den Ferien wird Janiak mit 1000 Plakaten Baader die Stirn bieten. «Bis dann gönne ich allen Ferien», sagt er und relativiert den Bilder-Sturm: «Vor vier Jahren hingen Straumann-Plakate auch früher und dichter als meine, doch ich kehrte das Spiel dann locker. Die Baader- Plakate machen mich nicht nervös.» Janiak will zudem seinen Wahlkampf verstärkt auch über neue Kanäle Internet und Facebook führen.

Schneider unter Druck

Elisabeth Schneider hingegen fühlt sich eher unter Druck gesetzt. «Extrem früh» habe Baader in ihren Augen vorgelegt. Sie ist noch damit befasst, Spenden für den Wahlkampf einzutreiben. Denn ihre CVP setzt ihre Mittel nur für die Nationalratswahlen ein. Wohl ist die Nationalrätin sicher, dass Reber mit seiner frühen und intensiven Plakatierung (er startete mit 1600 Plakaten) damals mehr Leute verärgert als gewonnen hat. Dennoch fühlt sie sich nun im Zugzwang.

Ursprünglich wollte sie erst ab September von den Plakatwänden strahlen – wie Janiak in rund tausendfacher Ausführung. Nun korrigiert sie den Zeitplan. Wie Janiak weiss auch sie gute Gründe, die im Plakat-Wettlauf für sie sprechen: «Wenn dann die Zettel ausgefüllt werden, liegen Baaders Plakate müde am Boden, während meine senkrecht stehen.» Und als Mitglied einer C-Partei erinnert sie an der Bibel: Die Letzten werden die Ersten sein.

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