Zoll

Bald dürfen Sie mehr Wein im Ausland kaufen

Es hat wichtige Änderungen bei den Mengen, die nicht verzollt werden müssen, gegeben.

Es hat wichtige Änderungen bei den Mengen, die nicht verzollt werden müssen, gegeben.

Ab 1. Juli muss man neue Freimengen beachten, wenn man im Ausland einkauft. Was Weinfreunden entgegenkommt, ärgert die Wurstfans. Denn neu darf mehr Alkohol zollfrei mitgenommen werden, dafür gibt es Änderungen bei der Fleischware.

Vorsicht, diese neuen Regeln könnten Ihren Einkaufszettel durcheinanderwirbeln. Der Bundesrat hat neue Freigrenzen für Lebensmittel und Zigaretten erlassen, die man im Ausland kauft. Am 1. Juli ist es nun so weit, eine Übergangsfrist, in der die Grenzwache ein Auge zudrückt, gibt es nicht.

Die wichtigste Zahl - so viel sei vorweg genommen - bleibt gleich: Die Zollfreigrenze beträgt weiterhin 300 Franken pro Person, egal ob Sie bei Hieber in Lörrach, auf dem Markt in St. Louis oder an der 5th Avenue in New York Shoppen gehen.

Beachten muss man neu, dass in die 300 Franken auch die alkoholischen Getränke mit eingerechnet sind, die man im Ausland kauft. Bis jetzt war das nicht so. Ab 1. Juli muss man also aufpassen: Man kann im Shoppingurlaub in London nicht für 300 Franken Kleider posten, bei der Ankunft am Flughafen im Duty-Free noch Spirituosen kaufen und dann den grünen Ausgang wählen. Alles, was über 300 Franken liegt, muss verzollt werden.


Mehr Filet, weniger Trockenfleisch

Ansonsten sind die neuen Regeln gute Nachrichten für Weinfreunde. Bis jetzt durfte man zollfrei zwei Liter alkoholische Getränke mitbringen, wenn diese weniger als 15 Volumenprozent hatten. Neu sind es fünf Liter mit weniger als 18 Volumenprozent.

Praktisch bedeutet das, dass man jetzt ohne schlechtes Gewissen im Italienurlaub pro Person einen Sechserkarton Chianti - oder was auch immer ihr Lieblingswein ist - kaufen kann. Gleich bleibt übrigens die Freigrenze für Hochprozentiges: Ein Liter pro Person für Getränke mit mehr als 18 Volumenprozent.

Eine wichtige Änderung gibt es vor allem beim Fleisch. Bisher waren die Regeln kompliziert. Zollfrei einführen darf man noch bis Ende Juni ein halbes Kilo Frischfleisch und dreieinhalb Kilo verarbeitetes Fleisch wie Wurst, getrocknete oder verarbeitete Fleischwaren. Neu gilt: Ein Kilo pro Person, egal welche Art Fleisch. Vor allem Wurstliebhaber müssen sich in Zukunft beschränken - oder nachverzollen. Das wird allerdings teuer. Wer mehr als ein Kilo pro Person im Gepäck hat, muss für jedes zusätzliche Kilo 17 Franken zahlen.

Wir haben Sie gewarnt!

Der Trend, im Ausland einzukaufen, ist jedenfalls ungebrochen. Jedes Jahr werden mehr Einkaufstouristen gezählt. 14 Milliarden Verzollungen gab es im vergangenen Jahr in der Grenzwachtregion Basel.

Und natürlich ist auch die Versuchung da, einfach gar nichts zu verzollen und zu hoffen, dass der Grenzwächter nicht in den eigenen Kofferraum schaut. Laut Patrick Gantenbein, Sprecher der Grenzwachregion Basel, gehen bei Kontrollen pro Tag 14 Schmuggler ins Netz. Tatsächlich dürften viele mehr unterwegs sein. Aber Vorsicht: Wenn Sie erwischt werden, müssen Sie nicht nur nachverzollen, sondern auch eine Busse zahlen. Nicht, dass Sie sagen, wir hätten Sie nicht gewarnt.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1