Gastronomie

Bald ist im Viva! der Ofen aus - doch nicht für immer

Das Restaurant Viva! in Oberwil schliesst vorläufig seine Türen.

Das Restaurant Viva! in Oberwil schliesst vorläufig seine Türen.

Die Ankündigung, dass das «Viva!» in Oberwil schliesst, hat regionale Gourmet-Fans alarmiert. Doch Gründer Philipp Oser hat schon neue Pläne: Mit einem «Nicht-Gourmet-Konzept».

Nach dreieinhalb Jahren schliesst das Restaurant Viva! in Oberwil. Am 20. Juli wird das letzte Mal gekocht, bedient und gegessen im Spitzenrestaurant. «Es fehlte das Volumen und eine stabile Auslastung», begründet der Besitzer Philipp Oser die Schliessung. Anfang Jahres seien sie noch gut auf Kurs gewesen, doch nach den Betriebsferien im Frühling, entwickelte sich der Umsatz nicht wie geplant.

«Unser Konzept wurde im Markt scheinbar nicht gut genug angenommen», sagt Oser. So hätten sie eine sehr zufriedene Stammkundschaft gehabt, aber nicht immer ein volles Haus. Es habe sich wirtschaftlich nicht rentiert. Die Region Basel sei gut bestückt mit Spitzengastronomie. Neben dem «Cheval Blanc» in Basel und dem «Stucki» auf dem Bruderholz scheint kein Drittes bestehen zu können.

Trotzdem schaut das Team zuversichtlich auf die Zukunft des Viva! «Das Lokal wird sicher wieder aufmachen», sagt Oser. Zuerst würden sie aber eine Pause einlegen, um ein neues Konzept auszuarbeiten. «Es liegen schon zwei bis drei Ideen dazu auf dem Tisch», erzählt Oser.

Belegschaft soll bleiben

Das neu erweckte Viva! soll mit einem «Nicht-Gourmet-Konzept» neue Kunden anziehen. Solide Küche statt Spitzenküche. Oser wird sich dabei zum grossen Teil aus dem Betrieb zurückziehen: «Um operativ tätig zu sein, werde ich nicht mehr die Zeit aufbringen können.» Denn bei seiner IT-Firma, würde es sehr gut laufen. Eine finanzielle Beteiligung an dem neuen Restaurant könne er sich aber gut vorstellen. Dazu müsse aber ein gutes Konzept vorliegen.

Menschlich scheint es im Viva! keine Probleme gegeben zu haben. Die Küchenbrigade und das Serviceteam unter der Leitung von Küchenchef Patrick Zimmermann, soll auch einen Platz im neuen Konzept finden: «Es ist mir wichtig, dass möglichst viele aus dem Team weiterarbeiten können.» Der Küchenchef steht erst seit Mai 2012 hinter dem Herd. Zuvor arbeitete er in der Auberge de l'Onde in St-Saphorin und holte auch dort einen «Michelin»-Stern. Einige Junge aus dem Team würde es aber für neue Engagements, Aus- und Weiterbildungen weiterziehen. «Das ist gut für ihre Weiterentwicklung», sagt Oser.

Schon Früh erfolgreich

Oser bereut den Einstieg in den Gastro-Bereich nicht. Denn das Experiment Viva! war sehr erfolgreich. «Es ist ein kleiner Rückschlag, aber man muss auch beachten, dass wir viel erreicht haben», betont Oser. Schon kurz nach der Eröffnung haben sie sich einen Michelin-Stern und 16 Gault-Millau-Punkten erarbeitet und im Folgejahr auch verteidigt. «Wir machen einen Strich unter das alte Konzept, aber nicht unter das Viva! an sich», sagt Oser.

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