Militär

Baschi Dürr plant die nächste Fusion: Das Basler Kreiskommando soll nach Liestal

Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (r.) an einer Militärveranstaltung in Liestal.

Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (r.) an einer Militärveranstaltung in Liestal.

Die Sicherheitsdirektoren beider Basel planen ein bikantonales Kreiskommando in Liestal. Im Verlauf des nächsten Jahres sollen die Entscheidungsgrundlagen vorliegen. Unklar ist, ob das Parlament mitreden darf.

Das Kreiskommando ist so etwas wie die lokale Verwaltung für die Wehrpflichtigen, organisiert Dienstbüchlein und Anlässe vom Orientierungstag bis zur Entlassung. Geht es nach dem Basler Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) und seinem Baselbieter Pendant Isaac Reber (Grüne) reicht eine Kommandostelle für Baselland und Basel-Stadt. «Derzeit prüfen wir die Möglichkeit, diese Abteilungen zusammenzuführen», bestätigt Dürr auf Anfrage.

Im Verlauf des nächsten Jahres sollen die Entscheidungsgrundlagen vorliegen. Noch scheint aber nicht ganz klar zu sein, ob auch das Parlament in der Angelegenheit etwas zu sagen hat. Sollte dem so sein, dürfte dies die Dienststellen-Vereinigung hinauszögern.

Auch wenige Stellenstreichungen seien gemäss Dürr, der die Unteroffiziersschule verweigert hat und deswegen vom Militärgericht verurteilt wurde, nicht auszuschliessen. «Schliesslich geht es darum, Synergien zu schaffen.» Konkret betroffen ist allerdings nur eine Handvoll Mitarbeiter. Für diese würden wohl neue Aufgaben gefunden, Entlassungen sind nicht geplant. Das Zeughaus indes soll in Basel bleiben.

Es ist nicht das erste Projekt von Reber und Dürr, um die Verwaltung der beiden Kantone näher zusammenzuführen. Vor rund einem Jahr berichtete die bz bereits über die verstärkte Zusammenarbeit der beiden Sicherheitsdirektoren, die sich blendend verstehen. In institutionalisierten Sitzungen tauschen sich Reber und Dürr darüber aus, wie sich Doppelspurigkeiten abbauen liessen. Das geht so weit, dass manche Regierungsmitglieder sogar von einer «Fusion light» sprechen.

Bereits einige «Fusionen»

Zu den auf Anfang 2018 lancierten Projekten dieser Art gehören die gemeinsame Polizeivereinbarung und das zusammengelegte Feuerwehrinspektorat. Zudem ist seit Kurzem die Disposition der Motorfahrzeugkontrolle bikantonal organisiert. Dazu kommt die fusionierte Sanitätsnotrufzentrale, für das auf Baselbieter Seite hingegen Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP) verantwortlich zeichnet. Diese Umstrukturierungen hätten sich gut angelassen, sagt Dürr. Insbesondere die gemeinsame Notrufzentrale habe sich im Alltag bewährt.

Neu werden alle Anrufe unter der Nummer 144 an der Basler Hebelstrasse beantwortet, auch wenn dann die Sanität vom Kantonsspital Baselland ausrückt. Weitere Ämter-Fusionen seien derzeit nicht angedacht, so Baschi Dürr. Einzig das Amt für Wald – historisch als Verwaltungsstelle für beide Kantone tätig – sollte dereinst ausgebaut werden: «Wie bekannt, möchten wir neben der Wald- auch die Jagdverwaltung dort ansiedeln.» Allerdings muss zuerst noch der Kanton Baselland ein neues Jagdgesetz verabschieden.

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