Bausparen

Basel-Landschaft erlaubt Abzug trotz Steuerharmonisierung weiter

SP und Grüne kritisieren die Regierung, weil sie weiterhin am Baselbieter Bausparmodell festhält. (Archiv)

Ein Haus im Bau (Symbolbild/Archiv)

SP und Grüne kritisieren die Regierung, weil sie weiterhin am Baselbieter Bausparmodell festhält. (Archiv)

Der Kanton Baselland erlaubt Bausparen trotz dem Verbot durch das seit 2005 geltende Bundes- Steuerharmonisierungsgesetz. Mit Verweis auf die hängigen Initiativen will er seinen Bausparenden Umtriebe ersparen.

Die Baselbieter Regierung hat zuletzt im Mai 2009 formell beschlossen, ihr bundesrechtswidriges Bausparmodell weiterzuführen, bis auf nationaler Ebene alle Entscheide gefallen sind. Zuvor war die eigene Standesinitiative zum Thema in den Räten gescheitert, doch die beiden landesweiten Volksbegehren sind bis heute hängig.

Die neuesten greifbaren Steuerdaten sind von 2009; damals zählte die Baselbieter Steuerverwaltung insgesamt 2363 Bauspar-Abzüge, wie Steuerverwalter Peter Nefzger zur Nachrichtenagentur sda sagte. Dies sind gut 1,5 Prozent der rund 155'000 Steuerpflichtigen mit dieser Abzugsmöglichkeit - rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Die abgezogenen Beträge summierten sich auf 39,4 Mio. Franken, die nicht als Einkommen versteuert wurden. Dem Kanton Baselland entgingen damit 6,1 Mio. Franken Steuereinnahmen. Dazu kommen noch die Steuerausfälle der Gemeinden (bei einem durchschnittlichen Satz von 59 Prozent der Kantonssteuer).

Nachversteuerung nur bei Zweckentfremdung

Knapp zwei Drittel der Bauspar-Abzüge entfielen auf Einkommen von netto bis zu 80'000 Franken, also ohne Abzug um die 100'000 Franken. Laut Nefzger profitieren also nicht primär Superreiche. Die baugesparten Summen lösten einiges an Bautätigkeit aus und generierten so Wertschöpfung im Kanton.

Lehnt das Schweizer Volk beide Bauspar-Initiativen ab, dann ist auch im Baselbiet Schluss. Danach würden alle baugesparten Vermögen ins normal zu versteuernde Vermögen übertragen, sagte Nefzger weiter.

Der Kanton behielte aber im Auge, ob die jeweiligen Beträge gemäss den heutigen kantonalen Regeln fristgemäss für den Bau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum verwendet werden - sonst werde nachversteuert. Hingegen sei bei einem Nein keine generelle bis 2005 rückwirkende Besteuerung aller Bausparvermögen vorgesehen.

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