Theater

Basel Stadt will nun auf Unterbaselbieter Gemeinden zugehen

Das Theater Basel mit seinen Sparten Oper, Schauspiel und Ballett sucht intensiv nach Lösungen für eine sichere Zukunft.

Das Theater Basel mit seinen Sparten Oper, Schauspiel und Ballett sucht intensiv nach Lösungen für eine sichere Zukunft.

Mit einem Mix an Massnahmen will das Theater auf das Baselbieter Nein zur Subventionserhöhung reagieren. Dem kulturellen Leuchtturm der Region Basel fehlen nun jährlich 4,4 Millionen Franken.

Sofort haben der Verwaltungsrat des Theaters Basel unter seinem Präsidenten Martin Ch. Batzer und das für die Kultur verantwortliche Basler Präsidialdepartement Gespräche aufgenommen. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen, wie das Theater Basel nach dem Nein der Baselbieter Bevölkerung zur Subventionserhöhung den Schaden minimieren kann. Dem kulturellen Leuchtturm der Region Basel fehlen nun jährlich 4,4 Millionen Franken. Und es steht fünf Monate vor dem Start der Saison 2011/12 ohne Subventionsvertrag da. Dies, weil der basel-städtische Vertrag an das Ja aus dem Baselbiet gekoppelt war und nun neu verhandelt werden muss.

«Wir rechnen damit, in 14 Tagen mit Lösungsvorschlägen an die Öffentlichkeit zu treten», erklärt Batzer gegenüber der bz. Es bleibt wenig Zeit. Im Verwaltungsrat seien – im Hinblick auf ein mögliches Nein des Baselbiets – natürlich Lösungsmöglichkeiten erkundet worden, betont Batzer. Konkrete Massnahmen könne er erst nach den Verhandlungen mit der Basler Regierung bekannt geben – und «wenn wir über die zu treffenden Massnahmen mit der Belegschaft des Theaters gesprochen haben. Ihr gegenüber tragen wir Verantwortung.»

Vorgehen auf mehreren Ebenen

Es brauche einen Mix an Massnahmen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite. «Wir müssen dabei unsere Verantwortung dem Haus und der Region gegenüber wahrnehmen und unsere Aufgaben als wichtige Kunstinstitution erfüllen», erläutert Batzer. Einmal wird der Verwaltungsrat auf die Unterbaselbieter Gemeinden zugehen, die Ja gesagt haben zur Subventionserhöhung. «Von ihnen haben wir grosse Sympathien erfahren», merkt Batzer an (siehe Seite 20). Ebenso wird das Theater bei der regionalen Wirtschaft vorsprechen: Die Sponsorensuche wird intensiviert.

Eine Erhöhung der Eintrittspreise dürfte unumgänglich sein. Damit sind die fehlenden 4,4Millionen jedoch längst nicht wettzumachen. «Auch auf der Ausgabenseite braucht es Einschnitte, die wehtun», sagt Batzer schweren Herzens. Allein mit den 31,5Millionen Franken Subvention von Basel-Stadt und dem auf 4,4 Millionen bleibenden Beitrag von Baselland kann der heutige Stand an Qualität und Vorstellungsdichte nicht gehalten werden. Das Theater Basel habe sein Sparpotenzial ausgeschöpft. Mit dieser Aussage hat der Verwaltungsrat nie geflunkert.

Theater soll ein Dreispartenhaus bleiben

Batzer sagt zugleich: «Auch Baselland muss nach dem Nein nochmals über die Bücher.» Der Landkanton müsse ausloten, wie und wo er das Theater dennoch unterstützen könne. Der Baselbieter Kulturdirektor Urs Wüthrich sieht derzeit keinen grossen Spielraum. Die Baselbieter Regierung habe keinen Plan B vorbereitet. Bis er eine neue Vorlage ausarbeiten könne, müsse eine Anstandsfrist verstreichen. Über die Kulturpauschale könne Baselland höchstens einen geringen Teil der nun fehlenden 4,4Millionen Franken dem Theater geben (siehe Kontext), teilt Wüthrich mit, der um die Finanznöte des Theaters weiss und gegenüber der bz betont: «Wie existenziell die nun abgelehnte Subventionserhöhung für das Theater ist, wurde in der Bevölkerung leider zu wenig wahrgenommen.» Gespannt ist Wüthrich, ob aus dem Parlament selbst nun neue Bewegung in die Kultur- und Partnerschaftsdebatte komme.

Dass das Theater Basel ein Dreispartenhaus bleiben soll, darüber besteht weit herum Konsens.

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