Die zehn Stadtbahn-Züge des Typs Tramlink Be 6/8 kosten insgesamt 54 Millionen Franken oder 5,4 Millionen pro Einheit, wie die BLT mit Sitz in Oberwil BL mitteilte. Die früher kommunizierten Gesamtkosten von 60 Millionen Franken beinhalteten auch die Ersatzteile, wie es auf Anfrage hiess.

Die neuen Fahrzeuge sollen ab Dezember 2022 auf der Linie 19 zwischen Liestal und Waldenburg verkehren. Die Waldenburgerbahn gehört seit 2016 zur BLT und wird derzeit für rund 250 Millionen Franken erneuert.

Umstellung auf Meterspur

Insbesondere wird derzeit die 13 Kilometer lange Bahnstrecke mit einer Spurweite von nur gerade 75 Zentimeter auf die für Trams in der Schweiz übliche Meterspur umgestellt.

Das erste der zehn am Freitag bestellten Fahrzeuge soll schon am 1. Oktober 2021 ausgeliefert werden und zwar nach Bremgarten AG. Dort wird es auf dem Schienennetz der Aargau Verkehr AG (AVA) in Betrieb gesetzt und ersten Tests unterzogen. Die AVA will im kommenden Herbst ebenfalls acht solche Züge bestellen.

Hergestellt werden die Stadtbahn-Fahrzeuge im Stadler-Werk im spanischen Valencia. Die restlichen neun BLT-Züge werden dort auf der 2,5 Kilometer langen werkseigenen Teststrecke geprüft und ab Juli 2022 direkt nach Waldenburg geliefert, wie es im Communiqué heisst.

Die AVA ihrerseits will die neuen Züge ab Dezember 2022 auf dem Netz der neuen Limmattalbahn zwischen Killwangen-Spreitenbach und Zürich-Altstetten einsetzen. Durch die gemeinsame Beschaffung der Züge sparen die beiden Transportunternehmen insgesamt 7,5 Millionen Franken sparen.

45 Meter lange Züge mit fast 300 Plätzen

Die neuen Kompositionen mit sieben Türen pro Seite sind 45 Meter lang und 2,4 Meter breit. Neben 172 Steh- hat es in den Zügen auch 88 Sitzplätze und 16 Klappsitze. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h. Bei den Zügen der BLT kann schrittweise der automatische Betrieb der Stufe 2 eingeführt werden, bei dem der Fahrzeugführer durch Assistenzsysteme unterstützt wird.

Für die Stadler Rail ist die Bestellung der BLT ein weiterer Erfolg nach dem Börsengang vom 12. April. Erst am Dienstag hatte der Thurgauer Zugbauer aus Kanada einen 80-Millionen-Auftrag für sieben neue Triebzüge erhalten. Vergangene Woche war zudem eine Bestellung aus Finnland für 60 neue Dieselloks für mehr als 200 Millionen Franken besiegelt worden.